Schlagwort: Nahostkonflikt

  • Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar will Sie umbringen

    Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar will sie umbringen. Nicht nur sie persönlich, sondern auch ihre ganze Familie und Verwandtschaft. Er sagt es immer wieder. Er sagt es nicht nur, er hat auch einige aus ihrer Verwandtschaft schon umgebracht. Er hortet Waffen. Er startet immer wieder Angriffe, gegen die sie sich verteidigen.
    Was würden Sie tun? Die Polizei rufen! Aber stellen Sie sich vor die Polizei und alle anderen Ordnungsinstanzen würden sie nicht schützen. In manchen Gremien von Verantwortlichen hätte ihr Nachbar sogar eine große Sympathie.
    Würden Sie sich wehren? Und wenn sie das über einen langen Zeitraum immer wieder tun müssten, würden dann Hassgefühle in ihnen groß werden? Bestünde dann die Gefahr, dass sie über das Ziel hinaus schießen und mehr Gewalt ausüben würden, als zur Eindämmung der aktuellen Gefahrensituation notwendig? Und wie würden sie sich fühlen, wenn man nur mit dem Finger auf sie zeigen würde und auf das Unrecht, dass sie begehen und nicht auf die Ursachen schauen würde?
    Und jetzt wenden Sie diese Fragestellung mal auf die Situation zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen an.
    Hat die Hamas nicht oft genug betont, dass sie Israel ausrotten will? Und hat sie nicht mit Taten gezeigt, dass sie meint, was sie sagt? Und hat nicht eine Mehrheit der Palästinenser im Gazastreifen die Hamas an die Macht gebracht? Und hätte die Hamas Macht, wenn sie nicht Rückhalt in der Bevölkerung hätte? Ja, Israel macht sich im Gazastreifen schuldig. Aber was wäre die Lösung?
    Nur wenige Tage nach dem Waffenstillstand ist die Hamas schon wieder beim Aufrüsten. Wer von denen, die Israel aufgefordert haben, das Töten im Gazastreifen zu beenden, wird sich der Hamas entgegenstellen? Man wird Israel allein mit dem Problem lassen. Und dann gibt es auch noch die vielen, die sagen: „Warum sind die da hingezogen, wenn es die Nachbarn doch gar nicht wollten?“ Dazu mehr in einem späteren Blogbeitrag

    Viele, die das Vorgehen Israels, zu Recht, verurteilen, haben die Ausgangssituation (siehe 1. Satz) nicht verstanden.