Kategorie: Nahostkonflikt

Beiträge zum Konflikt zwischen Israel und seinen Nachbarn

  • „Brüssel ringt um Sanktionen gegen Israel“

    so war ein Artikel in der Regionalzeitung „Die Rheinpfalz“ vom 13. Juli 2026 überschrieben. Darin wird berichtet, wie die Regierungen der EU Staaten diskutieren, ob man Israel wegen des Vorgehens im Gazastreifen und wegen der Siedlungspolitik mit Sanktionen belegen soll. Einige Staaten fordern das vehement, andere sind dagegen.
    Meine Meinung dazu:
    Die Politik des Staates Israel kann man aus guten Gründen kritisieren.
    Man kann sich aber zusätzlich auch bemühen, sie zu verstehen. Der Staat Israel musste von Anfang an um sein Bestehen kämpfen. In Israel standen sich immer die Tauben und die Falken gegenüber. Mit den Tauben sind Menschen gemeint, die mehr Nachgeben bereit sind. Die Falken dagegen setzen auf Überlegenheit und Macht. Da die Nachgiebigkeit der Tauben in der Vergangenheit meist nicht belohnt wurde (Was hat es Israel gebracht, sich aus dem Gazastreifen zurückzuziehen?) haben die Falken zurzeit die Macht in Israel in Händen. Es ist eben einfach eine schwierige Situation, wenn Nachbarn einen umbringen wollen.

    (siehe auch: Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar will Sie umbringen)

    Dass man in einer solchen Situation auch ungerecht und maßlos handelt, sollte verstehbar sein.
    Und man kann auch überlegen, welchen Anteil an der Problematik im Nahen Osten das eigene Land und die eigenen Vorfahren haben.
    Die Juden haben ja nicht aus einer Laune heraus beschlossen, wieder im Land Israel zu siedeln und einen Staat zu gründen. Seit der Vertreibung aus dem Land Israel durch die Römer waren sie ja auf viele Länder zerstreut. Über Jahrhunderte kam es in diesen Ländern aber immer wieder zu Verfolgungswellen, teils durch Pogrome, teils durch angeordnete Verfolgungen und Vertreibungen. Daran haben die meisten europäischen Länder ihren Anteil. Der Holocaust war dann noch einmal eine ungeheuerliche Steigerung vieler vorausgegangener Verfolgungen.
    Wenn nun europäische Länder sich moralisch über Israel stellen und nicht sehen, welche Wurzeln dies alles hat, kann ich das nicht verstehen.
    Im Artikel wird darauf hingewiesen, dass Spanien sich besonders hervortut Israel zu verurteilen. In der Wikipedia heißt es lapidar: „Spanien hatte sein „Judenproblem“ schon gegen Ende des Mittelalters „gelöst“. Nach dem Alhambra-Edikt vom 31. März 1492 mussten alle Juden, sofern sie sich nicht taufen ließen, binnen dreier Monate das Land verlassen.“ Und in der Folgezeit hat die spanische Inquisition, versucht, alle konvertierten Juden ausfindig zu machen, die ihren alten Glauben nicht wirklich abgelegt hatten. Die spanische Inquisition wird üblicherweise der Kirche angelastet, und ja, der Papst hat sie genehmigt. Es war aber im Wesentlichen eine Aktion der spanischen Krone.
    Spanien ist aber hier nur ein Beispiel, andere europäische Länder könnte man anreihen.
    Aktuell sollte man auch nicht vergessen, zu fragen, welche Teile des Gaza-Waffenstillstands¬abkommens erfüllt wurden und welche nicht. Hat die Hamas Waffen abgegeben?
    Ausgewogene und geschichtsbewusste Betrachtungen und Handlungen wären angemessen.

  • Hätte Trump mal auf die kriegstaktischen Ratschläge von Jesus gehört!

    Schon Jesus hat darauf hingewiesen, dass man bevor man einen Krieg beginnt, sich überlegen soll, ob man stark genug dafür ist. Hat Trump wohl nicht gewusst und so das Desaster im Mittleren Osten angerichtet.
    Jesus (Lukasevangelium 14, 31 und 32) „Oder wenn ein König gegen einen anderen König Krieg führen will, wird er sich auch zuerst überlegen, ob er mit zehntausend Mann stark genug ist, sich den zwanzigtausend des anderen entgegenzustellen.
    Wenn nicht, tut er besser daran, dem Gegner Unterhändler entgegenzuschicken, solange er noch weit weg ist, und die Friedensbedingungen zu erkunden.“

    Aber Jesus sprach ja auch von Königen. Vielleicht hat Trump gedacht, dass dies für demokratisch gewählte Präsidenten nicht gilt. War ein Irrtum. Gerade für solche gilt es ganz besonders.

  • Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar will Sie umbringen

    Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar will sie umbringen. Nicht nur sie persönlich, sondern auch ihre ganze Familie und Verwandtschaft. Er sagt es immer wieder. Er sagt es nicht nur, er hat auch einige aus ihrer Verwandtschaft schon umgebracht. Er hortet Waffen. Er startet immer wieder Angriffe, gegen die sie sich verteidigen.
    Was würden Sie tun? Die Polizei rufen! Aber stellen Sie sich vor die Polizei und alle anderen Ordnungsinstanzen würden sie nicht schützen. In manchen Gremien von Verantwortlichen hätte ihr Nachbar sogar eine große Sympathie.
    Würden Sie sich wehren? Und wenn sie das über einen langen Zeitraum immer wieder tun müssten, würden dann Hassgefühle in ihnen groß werden? Bestünde dann die Gefahr, dass sie über das Ziel hinaus schießen und mehr Gewalt ausüben würden, als zur Eindämmung der aktuellen Gefahrensituation notwendig? Und wie würden sie sich fühlen, wenn man nur mit dem Finger auf sie zeigen würde und auf das Unrecht, dass sie begehen und nicht auf die Ursachen schauen würde?
    Und jetzt wenden Sie diese Fragestellung mal auf die Situation zwischen Israel und den Palästinensern im Gazastreifen an.
    Hat die Hamas nicht oft genug betont, dass sie Israel ausrotten will? Und hat sie nicht mit Taten gezeigt, dass sie meint, was sie sagt? Und hat nicht eine Mehrheit der Palästinenser im Gazastreifen die Hamas an die Macht gebracht? Und hätte die Hamas Macht, wenn sie nicht Rückhalt in der Bevölkerung hätte? Ja, Israel macht sich im Gazastreifen schuldig. Aber was wäre die Lösung?
    Nur wenige Tage nach dem Waffenstillstand ist die Hamas schon wieder beim Aufrüsten. Wer von denen, die Israel aufgefordert haben, das Töten im Gazastreifen zu beenden, wird sich der Hamas entgegenstellen? Man wird Israel allein mit dem Problem lassen. Und dann gibt es auch noch die vielen, die sagen: „Warum sind die da hingezogen, wenn es die Nachbarn doch gar nicht wollten?“ Dazu mehr in einem späteren Blogbeitrag

    Viele, die das Vorgehen Israels, zu Recht, verurteilen, haben die Ausgangssituation (siehe 1. Satz) nicht verstanden.

    (siehe auch: „Brüssel ringt um Sanktionen gegen Israel“ )