Kategorie: Politik

Gedanken zu politischen Ereignissen aus christlicher Perspektive

  • „Brüssel ringt um Sanktionen gegen Israel“

    so war ein Artikel in der Regionalzeitung „Die Rheinpfalz“ vom 13. Juli 2026 überschrieben. Darin wird berichtet, wie die Regierungen der EU Staaten diskutieren, ob man Israel wegen des Vorgehens im Gazastreifen und wegen der Siedlungspolitik mit Sanktionen belegen soll. Einige Staaten fordern das vehement, andere sind dagegen.
    Meine Meinung dazu:
    Die Politik des Staates Israel kann man aus guten Gründen kritisieren.
    Man kann sich aber zusätzlich auch bemühen, sie zu verstehen. Der Staat Israel musste von Anfang an um sein Bestehen kämpfen. In Israel standen sich immer die Tauben und die Falken gegenüber. Mit den Tauben sind Menschen gemeint, die mehr Nachgeben bereit sind. Die Falken dagegen setzen auf Überlegenheit und Macht. Da die Nachgiebigkeit der Tauben in der Vergangenheit meist nicht belohnt wurde (Was hat es Israel gebracht, sich aus dem Gazastreifen zurückzuziehen?) haben die Falken zurzeit die Macht in Israel in Händen. Es ist eben einfach eine schwierige Situation, wenn Nachbarn einen umbringen wollen.

    (siehe auch: Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar will Sie umbringen)

    Dass man in einer solchen Situation auch ungerecht und maßlos handelt, sollte verstehbar sein.
    Und man kann auch überlegen, welchen Anteil an der Problematik im Nahen Osten das eigene Land und die eigenen Vorfahren haben.
    Die Juden haben ja nicht aus einer Laune heraus beschlossen, wieder im Land Israel zu siedeln und einen Staat zu gründen. Seit der Vertreibung aus dem Land Israel durch die Römer waren sie ja auf viele Länder zerstreut. Über Jahrhunderte kam es in diesen Ländern aber immer wieder zu Verfolgungswellen, teils durch Pogrome, teils durch angeordnete Verfolgungen und Vertreibungen. Daran haben die meisten europäischen Länder ihren Anteil. Der Holocaust war dann noch einmal eine ungeheuerliche Steigerung vieler vorausgegangener Verfolgungen.
    Wenn nun europäische Länder sich moralisch über Israel stellen und nicht sehen, welche Wurzeln dies alles hat, kann ich das nicht verstehen.
    Im Artikel wird darauf hingewiesen, dass Spanien sich besonders hervortut Israel zu verurteilen. In der Wikipedia heißt es lapidar: „Spanien hatte sein „Judenproblem“ schon gegen Ende des Mittelalters „gelöst“. Nach dem Alhambra-Edikt vom 31. März 1492 mussten alle Juden, sofern sie sich nicht taufen ließen, binnen dreier Monate das Land verlassen.“ Und in der Folgezeit hat die spanische Inquisition, versucht, alle konvertierten Juden ausfindig zu machen, die ihren alten Glauben nicht wirklich abgelegt hatten. Die spanische Inquisition wird üblicherweise der Kirche angelastet, und ja, der Papst hat sie genehmigt. Es war aber im Wesentlichen eine Aktion der spanischen Krone.
    Spanien ist aber hier nur ein Beispiel, andere europäische Länder könnte man anreihen.
    Aktuell sollte man auch nicht vergessen, zu fragen, welche Teile des Gaza-Waffenstillstands¬abkommens erfüllt wurden und welche nicht. Hat die Hamas Waffen abgegeben?
    Ausgewogene und geschichtsbewusste Betrachtungen und Handlungen wären angemessen.

  • Skandal! Evangelikale in der Nationalmannschaft

    Ein paar Christen beten nach einem Fußballspiel sichtbar auf dem Platz. Und die Aufregung ist groß.
    Aufregend daran ist allerdings vor allem die Erkenntnis, wie viel Unwissen in unserer Gesellschaft über den christlichen Glauben herrscht, welche Positionen des Unglaubens eingenommen und wie sie verteidigt werden und letztendlich wie sehr die aktive Religionsfreiheit infrage gestellt wird.
    Ja, ja jeder darf, das betonen die Schreiber, glauben, was er will. Wenn er‘s öffentlich macht, dann aber pfui Teufel, dann ist es bedrohlich. Das stört dann die Idylle des Unglaubens.
    In den Medien werden Experten zitiert, die darauf hinweisen, dass die Fußballspieler die Dreistigkeit haben, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.
    In einer großen Menge von Medienbeiträgen, die so klingen, als wären sie alle voneinander abgeschrieben, werden Experten zitiert, die auf Verbindungen irgendwelcher Evangelikaler zu irgendwelchen noch böseren Evangelikalen hinweisen oder die in Beziehungen zu politisch einflussreichen Menschen stehen.
    Dieselben Experten erklären dann auch, dass Evangelikale, die Bibel ernstnehmen, den zentralen Gedanken des Neuen Testament, dass Menschen erlösungsbedürftig sind, akzeptieren und glauben, dass diese Erlösung durch Jesus Christus geschehen ist. Wie furchtbar!
    Dass es sich hier um elementare Inhalte des christlichen Glaubens handelt, haben die Experten wohl selbst nicht verstanden.
    Die politisch einäugige Taz schreibt, dass die evangelikalen Fußballspieler einen „Christusfimmel“ haben. Sie gibt damit ein wunderbares Beispiel, dass Menschen die keine vertrauensvolle Beziehung zum dreieinigen Gott leben, angesichts des Phänomens Glauben, wie ein Blinder vor der Farbe stehen.
    Die Aufregung über die frommen Fußballer reicht bis in ein Forum von Fans meines Lieblingsfußballvereins.
    Einer fordert, dass die FIFA einschreiten muss, und unterstellt den Tätern gewissermaßen die Summe alles, in seinen Augen, Bösen:

    Die Evangelikalen sind wissenschaftsfeindlich,

    heißt es. Hhm? Ob das Isaac Newton, Blaise Pascal, oder die Nobelpreisträger Francis S. Collins: (Human Genome Project), William D. Phillips (Physik), Richard E. Smalley (Chemie) u. a. m. auch so sehen würden?
    Sind die Evangelikalen wissenschaftsfeindlich, wenn sie nach einer schöpferischen Intelligenz hinter dem Universum suchen, da die Wahrscheinlichkeit für eine rein zufällige planlose Entstehung einfach absurd gering ist?
    Wenn man dann noch genauer hinschaut, kann man erkennen, dass unter Evangelikalen sehr differenziert und klug über Fragen des Schöpfungsgeschehens und des Verständnisses der biblischen Texte diskutiert wird.


    Und sie sind „homophob“.

    Auch die Positionen zu Homosexualität unter Evangelikalen sind sehr viel differenzierter, als dass ein Kampfbegriff wie „homophob“ dem gerecht würde. Eine Phobie ist eine krankhafte Angst. Es ist Standard geworden, jedes sachliche Gespräch über Homosexualität mit diesem Kampfbegriff zu canceln.
    Ja, Felix Nmecha hat einen Post geliked, den ich auch nicht liken würde. Er hat aber auch schon längst dazu Stellung genommen. Ich bin an der Stelle geneigt, es (leicht übertragen) mit Jesus zu sagen: „Wer von euch noch nie einen zweifelhaften Post gelikt hat, der werfe den 1. Stein.“


    Ein anderer Fußballfan fügt hinzu, „Religionen haben ja auch politische und gesellschaftliche Standpunkte“. Wie wahr! Religionen stehen ja nicht außerhalb der Welt. Aber, schon mal nachgedacht, dass auch Atheismus, Unglaube, religiöse Gleichgültigkeit, politische und gesellschaftliche Standpunkte hervorbringen? Und dass diese Standpunkte keineswegs alle Positives entfachen?
    Wenn das Leben nur ein biologisches Zufallsprodukt ist, kann man damit auch anders umgehen. Wenn das größtmögliche (und einzige) Heil in dieser Welt gefunden werden muss, weil es darüber hinaus nichts gibt, muss der Staat alles tun, um dieses bisschen Heil zu ermöglichen. In unserer Gesellschaft kann man zurzeit sehen, wohin es führt, wenn Menschen spüren, dass die natürlichen Ressourcen nicht reichen, um das perfekte Glück auf Erden zu schaffen. Regierungen, die einem nicht das perfekte Glück verschaffen, haben dann schlechte Karten und die Demokratie ist gefährdet. Die Demokratie in unserem Land ist sicherlich viel weniger durch den Glauben an Gott gefährdet, als durch den Glauben an die vielen weltlichen Götzen, die an die Stelle des Glaubens an Gott getreten sind.
    Das sind politische und gesellschaftliche Konsequenzen, die aus Unglauben und damit verbundenen Werteverschiebungen ausschließlich auf Diesseitiges folgen.
    Ein weiterer Forumsteilnehmer formuliert dann: „Bei Nmecha wissen wir, dass er ein homophober Drecksack ist.“ Wenn Felix Nmecha so etwas über andere gesagt hätte, fände ich es ekelhaft.


    Ein besonderer Mist für alle, die sich über das Beten auf dem Platz aufregen, ist jetzt halt, dass dieser Felix Nmecha gerade hervorragend Fußball spielt. Echt blöd, gell?

  • Hätte Trump mal auf die kriegstaktischen Ratschläge von Jesus gehört!

    Schon Jesus hat darauf hingewiesen, dass man bevor man einen Krieg beginnt, sich überlegen soll, ob man stark genug dafür ist. Hat Trump wohl nicht gewusst und so das Desaster im Mittleren Osten angerichtet.
    Jesus (Lukasevangelium 14, 31 und 32) „Oder wenn ein König gegen einen anderen König Krieg führen will, wird er sich auch zuerst überlegen, ob er mit zehntausend Mann stark genug ist, sich den zwanzigtausend des anderen entgegenzustellen.
    Wenn nicht, tut er besser daran, dem Gegner Unterhändler entgegenzuschicken, solange er noch weit weg ist, und die Friedensbedingungen zu erkunden.“

    Aber Jesus sprach ja auch von Königen. Vielleicht hat Trump gedacht, dass dies für demokratisch gewählte Präsidenten nicht gilt. War ein Irrtum. Gerade für solche gilt es ganz besonders.

  • Konsequent abschieben!

    Im Wahlkampf in Rheinland-Pfalz hat der AfD Spitzenkandidat Jan Bollinger versprochen die Startbahnen des größten rheinland-pfälzischen Flughafens mit Abschiebeflügen zum Glühen zu bringen. Auch damit feierte er einen großen Wahlerfolg. Nun trat seine Landtagsfraktion zusammen und rasierte ihn ohne Schaum.

    Soll man ihn beklagen? Auch in der Vergangenheit wurde das Spitzenpersonal der Partei abserviert. Die AfD Landtagsfraktion hat damit ja nur die Forderung von Herrn Bollinger nach glühendem und konsequentem Abschieben aber so was von schnell erfüllt. Kaum wieder im Landtag, schon abgeschoben. Aufs Abstellgleis! Nach den Abschiebungen der früheren Vorsitzenden ist dies ein weiterer Schritt in die rechte Richtung

    Wer‘s immer noch nicht kapiert hat, wen er da gewählt hat, vielleicht dämmert es ja jetzt.

    Ich grüße die AfD mit einem Zitat aus der Bibel: (3.Mose 19,33)
    Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken.

  • Alte weiße Männer

    Alte weiße Männer

    Immer wieder lese ich etwas, meist Abfälliges, über „alte weiße Männer“.

    Das kann ja wohl nicht sein, dass Menschen wegen ihres Alters, ihrer Hautfarbe und ihres Geschlechtes diskriminiert werden. Nein, das kann nicht sein, sind die, die den Ausdruck gebrauchen doch oft Menschen, die sich zugutehalten, dass sie wach sind für jede Form von Diskriminierung. Die würden so etwas doch nicht tun!

    Es hat lange gedauert, bis ich kapierte, dass hier schlichtweg ein Schreibfehler vorliegt. Natürlich soll von alten weisen Männern geredet werden. Dann ist es nicht diskriminierend und akzeptabel.

    Den Schreibfehler verzeihen wir gern, wissen wir doch, dass ein Schlechtreibfehler sich schnell mal einschleicht.

  • Zu wenige

    Immer wieder das gleiche Gesprächsthema. Es gibt zu Wenige. Zu wenige Handwerker, zu wenige Altenpflegerinnen, zu wenige Ingenieure, zu wenige Facharbeite, zu wenige Erzieherinnen.
    Gibt es noch Handwerkerautos, auf den nicht steht „Kollege gesucht“? Im Pflegebereich werden hohe Prämien gezahlt, wenn man einen Kollegen oder eine Kollegin anwirbt.


    Tja, wo sind sie denn? Es fehlen in Deutschland 5 Millionen Menschen. Sie wurden seit den siebziger Jahren getötet, bevor sie geboren wurden. Seit den Reformen des Paragraf 218 in den Jahren 1974 bzw. 1976 weist die offizielle Statistik jeweils im Schnitt pro Jahr 100.000 Schwangerschaftsabbrüche pro Jahr aus. Auf die Zeit gerechnet sind das 5 Millionen Menschen. Von denen wären natürlich etliche noch nicht im erwerbsfähigen Alter, andere hätten dagegen schon längst wieder Kinder.


    Hätte unser reiches Land keine bessere Lösung gehabt, um Frauen in Konfliktsituationen zu helfen? Und war es nicht möglich, Menschenleben besser zu schützen?

  • Politik ist das Problem!?

    Macht Demokratie unglücklich?

    Oft habe ich Konfirmanden gefragt, worunter Menschen in dieser Welt denn leiden, was sie unglücklich macht. Im Anschluss sprachen wir dann über eine Regel, die das Leben und das Zusammenleben von Menschen grundsätzlich zum Guten wenden kann. Es ist das Doppelgebot der Liebe: „Liebe Gott von ganzem Herzen und deinen Mitmenschen wie dich selbst.“

    Auf diese Frage habe ich schon viele vernünftige und auch etliche kuriose Antworten bekommen. Doch als eine Antwort auf diese Frage „Politik“ lautete, da war ich dann doch etwas überrascht. Hinter dieser Antwort stand ja wohl der Gedanke, dass es den Menschen besser ginge, wenn es keine Politik gäbe.

    Wenn dies nur ein undurchdachtes Statement eines 13-Jährigen wäre, wäre es nicht des Schreibens wert. Diese negative Einstellung zu „Politik“ begegnet mir aber auch sonst immer mal wieder. Unreflektiert wird der Begriff verwendet und über die Sache, und mehr noch über die Akteure, geschimpft.

    Wo Menschen zusammenleben muss dieses Zusammenleben irgendwie organisiert werden. Es braucht Gesetze, Regeln, Systeme, um mit Problemen umzugehen und Interessen unter einen Hut zu bringen. Das ist nicht einfach. In den frühen Zeiten der Menschheit war weniger kompliziert: Der Stärkste hat sich durchgesetzt, wurde Häuptling, Anführer oder später dann König. Er nutzte seine Stärke, um seine Macht noch mehr auszubauen und hatte das Sagen, bis ein Stärkerer ihm mit den gleichen Methoden die Macht genommen hat. Wenn die Menschen Glück hatten, war der Anführer klug und vernünftig und nicht allzu egoistisch. Wenn sie Pech hatten, war er es nicht und sie litten unter seiner Herrschaft.

    Da dieses System für die meisten Menschen auf Dauer doch nicht so klasse war, machte sich der Gedanke der Demokratie breit. In einer „Herrschaft des Volkes“ können sich alle wahlberechtigten Menschen am Prozess der Entscheidungsfindung beteiligen. Die Mehrheit entscheidet. Da sich nicht alle Menschen einig sind, was das Richtige ist, kommt es zu politischem Streit. Wenn Menschen, die sich politisch engagieren, miteinander sachlich streiten, ist dies also nicht furchtbar (auch wenn  Medien gern dies gern und oft anders darstellen), sondern ein natürlicher Teil dieses Interessenausgleichs.

    Dass es ein Spektrum der politischen Meinungen gibt, dass also mein Gegenüber anderer Meinung ist als ich, gilt es auszuhalten. So lange es im (Grund-) gesetzlichen Rahmen bleibt, hat jeder sein Recht auf die eigene Meinung, auch wenn ich sie für falsch halte. Dass die eigene Meinung nicht einfach Gesetz wird, dass Kompromisse ausgehandelt werden müssen, das liegt im System begründet. Aber mal im Ernst: Möchte jemand ernsthaft lieber ein System haben, wo einer allein das Sagen hat?

    Dem Konfirmanden, und allen, die genauso denken, möchte ich sagen: Dann engagier dich doch! Beschäftige dich mit den Problemen, bring deine Meinung in den Diskurs ein, überzeuge mit deinen Argumenten, lebe damit, dass du nicht immer zur Mehrheit gehörst und deine Meinung eben nicht immer Gesetz wird. Aber hör auf, einfach zu schimpfen und zu meinen, ohne Politik ginge es uns besser.

    Ja, jeder kann sich mit seinen Meinungen einbringen. Und gerade auch das Heraustreten aus der eigenen Meinungsblase, das Diskutieren mit Menschen, die ganz anders denken, hilft die Probleme zu verstehen und neue Sichtweisen zu gewinnen.

    Dies alles kann geschehen unter dem Satz des Propheten Jeremia: „Suchet der Stadt Bestes“.

  • Auch Diktatoren sind vergänglich

    Ob sich einer da nicht überschätzt?

    In den Medien war zu lesen, dass der russische Präsident Wladimir Putin Belgien für den Fall, dass das russische Vermögen für die Ukraine verwendet wird, angedroht hat, dass Belgien dies für ewige Zeit spüren wird.

    Das bringt mich zum Nachdenken: Weiß er nicht, dass er, wie alle Menschen, vergänglich ist? Wie kann ein vergänglicher Mensch ewige Vergeltung androhen? Oder meint er, dass alle seine Nachfolger genauso sein werden wie er? Kennt er nicht das christliche Lied „Seht, man musste sie begraben, die der Welt Gebote gaben und ihr Wort hat nicht Bestand?“

    Vergänglichkeit ist ja an sich ein großes Problem von uns Menschen. Aber unsere menschliche Vergänglichkeit hat auch eine gute Seite. Auch die böseren Menschen sind vergänglich.

    Böse Menschen sind nicht ewig und der Ewige ist nicht böse.

  • Liebe Amerikaner,

    es macht mich traurig, dass ich diesen Brief schreiben muss.

    Viele Jahre waren wir gute Freunde. Ihr habt geholfen, den Zweiten Weltkrieg zu beenden und uns von der Diktatur zu befreien. Ihr habt uns dann in kluger Weise die Demokratie gebracht und uns geholfen, in den ganz schwierigen Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg. Wir waren begeistert von Euch und haben vieles übernommen, was Ihr kanntet und hattet. Wir hörten Eure Musik, wir begannen, Kaugummi zu kauen, wir tranken Cola in großen Mengen, wir schauten Eure Filme, wir übernahmen viele Wörter aus eurer Sprache. Vieles andere könnte ich noch aufzählen.

    Wir fanden Euer Land groß und großartig und Ihr wart uns in vielem Vorbild.

                   Ja, wir merkten auch, dass da nicht alles richtig ist. Da wurden auch Kriege geführt, die nicht gerecht waren. Manche Regierungen in anderen Ländern wurden mit Eurer Beihilfe gegen den Willen der dortigen Mehrheit der Bevölkerung gestürzt. Wir haben Euch vieles nachgesehen. Als Ihr angegriffen wurdet, zogen wir mit in den Krieg nach Afghanistan.

                   Wir haben über manche seltsamen Dinge hinweggesehen. Dass Ihr eines der wenigen hoch entwickelten Länder seid, in dem es keine Krankenversicherung für alle gibt? Schwer zu verstehen! Dass, so scheint es uns jedenfalls, jeder Schusswaffen zu Hause liegen hat und dass unzählige Menschen mit diesen Schusswaffen getötet werden? Wir setzen da eher darauf, dass die Polizei uns beschützt und fühlen uns dabei eigentlich ganz wohl und sicher. Dass es in Eurem Land, das so reich ist, noch größere Unterschiede zwischen Arm und Reich gibt, als bei uns und sonst wo in Europa, das ist schwer zu verstehen. Aber in euren Filmen gewinnt man eher den Eindruck, dass die meisten von euch ziemlich wohlhabend sind. So schien uns das, nicht so schlimm zu sein.

                   So hielten wir euer Land für ein großartiges Land. Dann aber kam ein Präsidentschaftskandidat und sagte, er müsse dieses Land wieder „great again“ machen. Hatten wir was verpasst? Er sagte auch, dass wir Europäer die USA ausgebeutet hätten. Meinte er, dass wir zu viel bei euch eingekauft haben? Ja, ich habe schon viel Geld ausgegeben für Waren und Dienstleistungen (Microsoft, Google, Amazon…!) aus den USA. Habe ich Euch das weggekauft? Wir erschraken! Waren wir so schlechte Freunde?

                   Aber seitdem ist ja noch eine ganze Menge mehr passiert. Viele Lügen über uns wurden verbreitet.

    Es gebe bei uns keine Meinungsfreiheit. Die Demokratie sei bei uns in Gefahr. Und die Einwanderung sei ein Riesenproblem, das uns vernichtet. Hhm? Seid Ihr und Eure Vorfahren nicht fast alle Einwanderer gewesen?

                   Ja, und jetzt hat dieser Präsident sinngemäß geschrieben, dass er lieber gute Beziehungen mit Russland unterhalten will. Dort herrscht ein Diktator, der sein Nachbarland brutal überfallen hat.

    Und heute lese ich, dass wenn man in euer Land einreisen will, man seine Socialmediaaccounts und seine Telefonnummern der letzten 10 Jahre offenlegen muss. Geht man so mit Freunden um?

    Ist das nun nur Euer Präsident, der solches sagt und macht? Nein, Ihr habt ihn gewählt. Weder Euer oberstes Gericht noch das Parlament haben ihn gestoppt. Es scheint uns ziemlich deutlich zu sein: Die Mehrheit von euch will das so.

                   Schade, dass Ihr nicht mehr unsere Freunde sein wollt!

    Wir machen uns Sorgen um die Demokratie bei euch.

                   Verständlicherweise werden wir manches nicht mehr bei Euch einkaufen. Viele Waffen zum Beispiel, können wir ja nicht mehr kaufen. Wir wissen ja nicht, ob Ihr sie im Ernstfall nicht einfach abschalten würdet. Und all die Produkte von den großen Tech-Konzernen! Von Freunden abhängig zu sein, ist nicht schlimm. Von Menschen, die einem nicht mehr Freund sein wollen, abhängig zu sein, ist gefährlich. Wir werden einige Einschränkungen erleben, wir werden eigenes entwickeln müssen, aber letztlich müssen wir auf eigenen Beinen stehen und werden das auch tun.

    Mit traurigen Grüßen

    Volker Glaser

  • „Covid 19 war ein Beschiss“

    Im Frageteil beim AfD Bürgerdialog

    siehe Beim AfD Bürgerdialog

    meldete er sich zu Wort. Sein 1. Satz war: „Ich bin Fliesenleger.“ Der 2. Satz: „Covid 19 war ein Beschiss“. Der 3. und die weiteren Sätze waren zu einem anderen Thema und ich habe sie vergessen.

    Nun habe ich den Zusammenhang zwischen dem 1. und dem 2. Satz nicht verstanden, aber es hat mich angeregt zum Weiterdenken.

    Man muss vorausschicken, dass die Pandemie nicht das Hauptthema der Veranstaltung war, dass aber durchaus auch von den Rednern ausgedrückt wurde, dass die Coronaschutzmaßnahmen völlig überzogen und gegen die Freiheitsrechte waren. Auch die Redner haben sicherlich noch keinen, wie es ein Mediziner mal ausdrückte, „Totenschein mit der Diagnose „Covid 19“ unterschrieben“. Aber sie haben damit die Bühne für den Fliesenleger bereitet.

    Ich habe nichts gegen das ehrbare Handwerk des Fliesenlegers, aber etwas gegen die medizinische Expertise dieses Mannes. Sicher macht er gerade in der Abendschule ein Medizinstudium. Irgendwoher muss sein Fachwissen ja stammen!

    Nun sitze ich auf einem Örtchen, wo die Wände gefliest sind, und es geht mir durch den Kopf, dass der Fliesenkleber, mit dem die Fliesen befestigt sind, doch ein einziger Beschiss ist. In so vielen Badezimmern sind die Fliesen mit diesem Zeug festgemacht. Dabei ist doch längst klar, sehr viele Menschen, die dieses Zeug unter den Fliesen haben, sind krank geworden. Ja, nicht wenige sind gestorben! Und ist das nicht teuer? Und gibt es nicht seit alters einen hervorragenden Kleber aus Mehl und Wasser. Haben diese Menschen sich nicht verschworen, Unschuldigen, Unwissenden das Geld aus der Tasche zu ziehen und sie krank zu machen? Hoffentlich gibt es bald eine neue Partei, die dagegen aufsteht!