Ich habe in meinem Blog ja schon manches über die AfD geschrieben und einige seltsame Aussagen und Absichten dieser Partei aufs Korn genommen. Heute richte ich den Blick mal mehr nach links.
Jeder, der schon mal eine Wohnung gesucht hat und der gemerkt hat, dass das Angebot viel kleiner ist als die Nachfrage, jeder der festgestellt hat, dass dadurch die Mietpreise in einer Höhe liegen, die ihn vom Markt ausschließen, weiß wie bedrohlich es ist, keine akzeptable Wohnung zu finden. Das Bedürfnis nach einem Zuhause gehört zu den Grundbedürfnissen von Menschen.
Der Trend der vergangenen (und möglicherweise auch der kommenden Jahre) zu immer kleineren Haushalten, zu weniger Zusammenwohnen von mehreren Generationen, zu mehr Singlehaushalten hat den Wohnungsmangel verstärkt. Lösungen sind nicht einfach. Bauen ist teuer, auch weil man einfach großzügige Ansprüche an seinen Wohnraum hat, auch weil man auf (Umwelt) Standards nicht verzichten will, weil man nicht mehr Flächen für Wohngebiete erschließen will, weil man auch nicht grenzenlos weiter verdichten kann. Grünflächen sollen ja auch noch bestehen bleiben.
Schön, dass die Linke das Rezept gefunden hat. Vergesellschaften von Wohnraum! Wohnungsbaugesellschaften stehen hier am meisten im Visier. Wieso die Vergesellschaftung von Immobilien AG’s mehr Wohnraum schafft, konnte Herr Pantisano im ZDF Sommerinterview in diesen Tagen nicht erläutern. Das kann ich auch nicht. Ich kann aber erläutern, wohin das Konzept führen wird: Die vergesellschafteten Wohnungen werden günstiger vermietet. Mit den geringeren Mieteinnahmen wird man die Wohnungen schwerlich in gutem Zustand erhalten, geschweige denn modernisieren können. Wohin ein reglementierter Wohnungsmarkt steuert, konnte man in der DDR im Feldversuch sehen. Private Vermieter, die nur sehr niedrige Mieten nehmen durften, haben keinen Aluchip (Mark der DDR) mehr in ihre Wohnungen gesteckt. Wer solche Wohnungen nach Jahrzehnten gesehen hat, der weiß, was Verfall ist.
Weil diese Rechnung nicht aufgeht, muss der Staat wohl Geld in seine „vergesellschafteten“ Wohnungen stecken. Dieses Geld muss er sich irgendwo nehmen. Super, dass es noch Milliardäre gibt. Für die Linke sind sie gewissermaßen das Tagesgeldkonto des Staates. Nach eigenen Aussagen sollte es Milliardäre aber nicht geben. Das Tagesgeldkonto wird dann also irgendwann leer geräumt sein.
Immer wieder ist zu lesen, dass die Linke besonders bei jungen Menschen gut ankommt. Das ist auch in keiner Weise anders zu erwarten. Ältere Menschen, die sich noch erinnern können, wie das ist, wenn nicht nur Wohnungen, sondern auch Fabriken u. a. m. vergesellschaftet werden, kommen doch mehr ins Nachdenken. Das Ergebnis hieß realexistierender Sozialismus und hatte fortlaufenden Erfolg. Es hat so gut funktioniert, dass die Menschen irgendwann nach Kapitalismus verlangten.
Da Menschen nicht einfach von Natur aus sozial sind, muss man den Markt an vielen Stellen regeln. Man nennt das soziale Marktwirtschaft und die Bundesrepublik ist in der Vergangenheit damit ja nicht schlecht gefahren. So muss der Staat auch in Bezug auf den Wohnungsbau regulieren.
Indem man Menschen, die die Möglichkeit haben, in den Wohnungsbau zu investieren, abschreckt, wird man das Problem aber nicht lösen.
Kategorie: Die Linke
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Schöner Wohnen mit Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano