Kategorie: Schwangerschaftsabbruch

Beiträge zur Diskussion um den Paragrafen 218

  • Zu wenige

    Immer wieder das gleiche Gesprächsthema. Es gibt zu Wenige. Zu wenige Handwerker, zu wenige Altenpflegerinnen, zu wenige Ingenieure, zu wenige Facharbeite, zu wenige Erzieherinnen.
    Gibt es noch Handwerkerautos, auf den nicht steht „Kollege gesucht“? Im Pflegebereich werden hohe Prämien gezahlt, wenn man einen Kollegen oder eine Kollegin anwirbt.


    Tja, wo sind sie denn? Es fehlen in Deutschland 5 Millionen Menschen. Sie wurden seit den siebziger Jahren getötet, bevor sie geboren wurden. Seit den Reformen des Paragraf 218 in den Jahren 1974 bzw. 1976 weist die offizielle Statistik jeweils im Schnitt pro Jahr 100.000 Schwangerschaftsabbrüche pro Jahr aus. Auf die Zeit gerechnet sind das 5 Millionen Menschen. Von denen wären natürlich etliche noch nicht im erwerbsfähigen Alter, andere hätten dagegen schon längst wieder Kinder.


    Hätte unser reiches Land keine bessere Lösung gehabt, um Frauen in Konfliktsituationen zu helfen? Und war es nicht möglich, Menschenleben besser zu schützen?

  • Meinungsbildung und Orientierung des deutschen Michels

    In der Regionalzeitung war ein Leserbrief abgedruckt, der zur gescheiterten Wahl von Frau Brosius- Gersdorf zur Verfassungsrichterin Stellung nahm.


    … Ein komplexes (juristisches) Thema muss nur lange genug durch die Mangel der Medienwelt genudelt werden. Irgendwann fühlt sich auch der letzte Michel am Stammtisch dazu befähigt, seinen Daumen über eine in Fachkreisen hoch geschätzte Juristin zu senken. Wenn dann auch noch die Bibel herhalten muss, um von der Kanzel herunter das Schwert der Verdammnis zu schwingen, sind wir endgültig in Absurdistan angekommen. Hans-Jürgen X.

    Meine Meinung dazu:


    Tja, und der deutsche Michel kann auch Hans-Jürgen heißen! Statt am Stammtisch erfährt er aus seiner persönlichen Medienblase an gedruckten, sozialen oder unsozialen Medien, vielleicht auch durch eine Talkshow, wie geeignet die Kandidatin für das Amt einer Bundesverfassungsrichterin ist. Was sie außerhalb der Talkshow geschrieben und gesagt hat, kann da schon mal hinten runterfallen. Sie war stellvertretende Vorsitzende einer Bundestagskommission „zur reproduktiven Selbstbestimmung …“, die im Endergebnis das formuliert hat, was die Kritiker ihr jetzt entgegenhalten. Der Bericht der Kommission kann auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums gefunden werden.
    Ach ja, und das ist natürlich auch Gemeingut: Wenn Menschen sich an der Bibel orientieren, wird alles ganz furchtbar. Wir haben ja alle 2000 Jahre lang nur darunter gelitten, dass christliche Werte in der Gesellschaft bedeutsam waren. In einer Gesellschaft, die diese Werte nicht mehr achtet, leben die Menschen dagegen glücklich und zufrieden, also genauso, wie sie es im Moment tun.