Kategorie: Unglaubensbekenntnis

  • Skandal! Evangelikale in der Nationalmannschaft

    Ein paar Christen beten nach einem Fußballspiel sichtbar auf dem Platz. Und die Aufregung ist groß.
    Aufregend daran ist allerdings vor allem die Erkenntnis, wie viel Unwissen in unserer Gesellschaft über den christlichen Glauben herrscht, welche Positionen des Unglaubens eingenommen und wie sie verteidigt werden und letztendlich wie sehr die aktive Religionsfreiheit infrage gestellt wird.
    Ja, ja jeder darf, das betonen die Schreiber, glauben, was er will. Wenn er‘s öffentlich macht, dann aber pfui Teufel, dann ist es bedrohlich. Das stört dann die Idylle des Unglaubens.
    In den Medien werden Experten zitiert, die darauf hinweisen, dass die Fußballspieler die Dreistigkeit haben, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.
    In einer großen Menge von Medienbeiträgen, die so klingen, als wären sie alle voneinander abgeschrieben, werden Experten zitiert, die auf Verbindungen irgendwelcher Evangelikaler zu irgendwelchen noch böseren Evangelikalen hinweisen oder die in Beziehungen zu politisch einflussreichen Menschen stehen.
    Dieselben Experten erklären dann auch, dass Evangelikale, die Bibel ernstnehmen, den zentralen Gedanken des Neuen Testament, dass Menschen erlösungsbedürftig sind, akzeptieren und glauben, dass diese Erlösung durch Jesus Christus geschehen ist. Wie furchtbar!
    Dass es sich hier um elementare Inhalte des christlichen Glaubens handelt, haben die Experten wohl selbst nicht verstanden.
    Die politisch einäugige Taz schreibt, dass die evangelikalen Fußballspieler einen „Christusfimmel“ haben. Sie gibt damit ein wunderbares Beispiel, dass Menschen die keine vertrauensvolle Beziehung zum dreieinigen Gott leben, angesichts des Phänomens Glauben, wie ein Blinder vor der Farbe stehen.
    Die Aufregung über die frommen Fußballer reicht bis in ein Forum von Fans meines Lieblingsfußballvereins.
    Einer fordert, dass die FIFA einschreiten muss, und unterstellt den Tätern gewissermaßen die Summe alles, in seinen Augen, Bösen:

    Die Evangelikalen sind wissenschaftsfeindlich,

    heißt es. Hhm? Ob das Isaac Newton, Blaise Pascal, oder die Nobelpreisträger Francis S. Collins: (Human Genome Project), William D. Phillips (Physik), Richard E. Smalley (Chemie) u. a. m. auch so sehen würden?
    Sind die Evangelikalen wissenschaftsfeindlich, wenn sie nach einer schöpferischen Intelligenz hinter dem Universum suchen, da die Wahrscheinlichkeit für eine rein zufällige planlose Entstehung einfach absurd gering ist?
    Wenn man dann noch genauer hinschaut, kann man erkennen, dass unter Evangelikalen sehr differenziert und klug über Fragen des Schöpfungsgeschehens und des Verständnisses der biblischen Texte diskutiert wird.


    Und sie sind „homophob“.

    Auch die Positionen zu Homosexualität unter Evangelikalen sind sehr viel differenzierter, als dass ein Kampfbegriff wie „homophob“ dem gerecht würde. Eine Phobie ist eine krankhafte Angst. Es ist Standard geworden, jedes sachliche Gespräch über Homosexualität mit diesem Kampfbegriff zu canceln.
    Ja, Felix Nmecha hat einen Post geliked, den ich auch nicht liken würde. Er hat aber auch schon längst dazu Stellung genommen. Ich bin an der Stelle geneigt, es (leicht übertragen) mit Jesus zu sagen: „Wer von euch noch nie einen zweifelhaften Post gelikt hat, der werfe den 1. Stein.“


    Ein anderer Fußballfan fügt hinzu, „Religionen haben ja auch politische und gesellschaftliche Standpunkte“. Wie wahr! Religionen stehen ja nicht außerhalb der Welt. Aber, schon mal nachgedacht, dass auch Atheismus, Unglaube, religiöse Gleichgültigkeit, politische und gesellschaftliche Standpunkte hervorbringen? Und dass diese Standpunkte keineswegs alle Positives entfachen?
    Wenn das Leben nur ein biologisches Zufallsprodukt ist, kann man damit auch anders umgehen. Wenn das größtmögliche (und einzige) Heil in dieser Welt gefunden werden muss, weil es darüber hinaus nichts gibt, muss der Staat alles tun, um dieses bisschen Heil zu ermöglichen. In unserer Gesellschaft kann man zurzeit sehen, wohin es führt, wenn Menschen spüren, dass die natürlichen Ressourcen nicht reichen, um das perfekte Glück auf Erden zu schaffen. Regierungen, die einem nicht das perfekte Glück verschaffen, haben dann schlechte Karten und die Demokratie ist gefährdet. Die Demokratie in unserem Land ist sicherlich viel weniger durch den Glauben an Gott gefährdet, als durch den Glauben an die vielen weltlichen Götzen, die an die Stelle des Glaubens an Gott getreten sind.
    Das sind politische und gesellschaftliche Konsequenzen, die aus Unglauben und damit verbundenen Werteverschiebungen ausschließlich auf Diesseitiges folgen.
    Ein weiterer Forumsteilnehmer formuliert dann: „Bei Nmecha wissen wir, dass er ein homophober Drecksack ist.“ Wenn Felix Nmecha so etwas über andere gesagt hätte, fände ich es ekelhaft.


    Ein besonderer Mist für alle, die sich über das Beten auf dem Platz aufregen, ist jetzt halt, dass dieser Felix Nmecha gerade hervorragend Fußball spielt. Echt blöd, gell?

  • Sportler werben für den Glauben an Jesus

    Die Rheinpfalz am Sonntag brachte am 3. Mai 2026 einen Artikel unter der Überschrift „Im Namen des Herrn“ zu christlichen Umtrieben von Spitzensportlern.

    Mein Leserbrief dazu wurde freundlicherweise abgedruckt, allerdings massiv gekürzt, deshalb hier noch mal in ganzer Länge.

    „Na ja, da hat der Rheinpfalz Journalist ja unglaubliche Skandale aufgedeckt!
    Es gibt Sportler, die engagiert für den christlichen Glauben werben. Die beschreiben sich als Christen, die Sport machen, nicht etwa umgekehrt, die erklären Menschen, was der Karfreitag bedeutet, die erzählen Menschen von ihren Erfahrungen mit dem Gott an den sie glauben und sie sind so begeistert, dass sie andere auffordern, sich auch darauf einzulassen. Skandalös!
    Die verstehen unter christlichem Glauben nicht nur vage, die Existenz eines höheren Wesens für wahr zu halten, sondern sie leben sogar eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott.
    Und diese Menschen erdreisten sich, sich mit gleich Gesinnten zusammenzufinden und gemeinsam für ihre Überzeugung einzutreten. Und die haben aufgrund ihres Glaubens und ihrer Überzeugung auch Meinungen zu ethischen oder gesellschaftlichen Fragen! Was erlauben die sich?
    Und dann weiß der Autor zu berichten, dass eine Expertin herausgefunden hat, dass bei (evangelikalen) Christen, das Christsein im Zentrum steht, dass es keine Trennung zu anderen Sphären gibt. „Man tut alles in seinem Leben als Christ, und damit ist auch eine Missionsaufgabe verbunden.“
    Dazu musste sie forschen? Dass dies bei allen Christen so sein sollte, hätte sie auch schon in der Bibel lesen können.
    Immerhin räumt die Expertin ein, dass die Beziehung der Evangelikalen zu Donald Trump komplexer ist, als sie häufig dargestellt wird. Ja, ich habe evangelikale Freunde in den USA, die Donald Trump schlimm und peinlich finden.
    Natürlich folgen aus jeder Weltanschauung, jedem Glauben, auch ethische Konsequenzen. Diese unterscheiden sich naturgemäß von ethischen Überzeugungen, die aus anderen Quellen resultieren. Darüber kann man öffentlich diskutieren. Wenn man allerdings seinen eigenen Glauben oder im Falle des Autors Unglauben absolut setzt, dann muss einen jede Aussage, die nicht dem eigenen Glauben entspricht, bedrohlich vorkommen. Und von da aus ist es nicht weit, bis zum Spekulieren über schlimme Verschwörungen.
    Das Klischee, dass es letztlich ums Spendenwerben geht, darf in so einem Artikel natürlich auch nicht fehlen.
    „Wenn das tatsächlich zutrifft, wenn Nmecha seine Bekanntheit einsetzt, um andere Menschen von seiner Art des Glaubens zu überzeugen, dann wirft das Fragen auf.“ Ja? Welche? Nein, dann ist das ein ganz normaler Vorgang. Wie viele Prominente wurden in der Rheinpfalz schon zitiert, die ihren, oftmals wenig durchdachten, Unglauben öffentlich machten. Gefährlich ist es wohl nur, wenn Christen sich äußern.
    Aber schon in der Bibel steht, dass die Zeitgenossen der 1. Christen die christlichen Glaubensinhalte für skandalös hielten.“