Irgendwie fallen die Dinge, die man loslässt immer nach unten. Wie kommt das?
Das ist die Schwerkraft. Die Erde zieht die Gegenstände nach unten. Das weiß man doch. Wusste man das schon immer? Wie hat man das herausgefunden? Wie muss man vorgehen, um herauszufinden, dass es die Schwerkraft ist?
Die Idee, dass es so sein könnte, wurde durch Versuche bestätigt. Durch die Menge der widerspruchsfreien Versuche konnte man sagen, dies ist bewiesen.
So funktioniert die Erforschung der natürlichen Welt. Ausgehend von Ideen kann man durch wiederholbare Versuche, die Ausgangsthese bestätigen und hat einen Beweis.
Und so ein Beweis ist etwas Festes, auf das man bauen kann. Okay, manchmal wird so eine bewiesene Tatsache durch andere Beobachtungen und weitere Versuche auch mal wieder widerlegt. Das grundsätzliche Verfahren bleibt aber hilfreich und zielführend.
Viele Menschen glauben, ohne darüber nachgedacht zu haben, dass dies der einzige Weg ist, um Wahrheit herauszufinden.
Dies ist aber nur ein adäquater Weg um Sachverhalte in unserer natürlichen Welt zu erklären. Dafür hat sich diese Methode bewährt. Sie hilft uns die natürliche Welt, in der wir leben, zu verstehen und sie hilft uns viele technische Errungenschaften zu entwickeln, die (meist) super funktionieren.
Kann man auf diese Weise auch beweisen, dass gestern an einer bestimmten Stelle auf der Landstraße ein Unfall stattgefunden hat, ob einer einen anderen erschlagen hat oder ob zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwo eine Schlacht stattgefunden hat? Dass solche Ereignisse grundsätzlich möglich sind, das ist die eine Sache. Aber hat das jeweils auch genauso stattgefunden?
Da hilft die Methode, einen naturwissenschaftlichen Versuch durchzuführen, nicht. Es braucht ein anderes Beweisverfahren. Es muss ein historisch-juristischer Beweis erbracht werden. Der beruht auf Quellen, Indizien, Zeugenaussagen und Ähnlichem.
Und das ist ein ganz anderer Beweisvorgang.
Reichen diese beiden Erkenntnismethoden, um alle für uns wesentlichen Fragen zu beantworten?
Ganz sicher nicht!
Wenn ein Mensch zum Beispiel die nicht ganz unwesentliche Frage, ob ein anderer Mensch ihn liebt, beantworten möchte, dann hilft ihm keine der genannten Methoden. Machen Sie doch mal einen naturwissenschaftlich korrekten Versuch, um herauszufinden, dass ihr Partner/Ihre Partnerin sie liebt!
Oder führen Sie einen historischen Beweis. Eine einfache Zeugenaussage wie „ich liebe dich“, wird da wohl nicht ausreichen. Einen objektiv gültigen Beweis, der auch jeden anderen Menschen überzeugt, wird man nicht bekommen.
Eine solche Frage lässt sich nur beantworten, indem man sich mit einem Vertrauensvorschuss auf eine Beziehung einlässt. Durch Gespräch, durch Vertrautheit, durch Erfahrungen, kann die Gewissheit wachsen, dass man geliebt wird. Diese Gewissheit ist einem persönlich aber nicht weniger wert, als das Ergebnis von wissenschaftlichen Versuchen.
Jeder Erkenntnisgegenstand bestimmt die Erkenntnismethode.
Wer partout darauf besteht, eine unangemessene Methode anzuwenden, wird kein, bzw. ein falsches Ergebnis bekommen.
Wie viele Menschen haben schon mit Stolz und einem Gefühl der Überlegenheit darauf hingewiesen, dass die Naturwissenschaft Gott nicht gefunden hat? Ja nun, ist Gott denn ein Gegenstand der natürlichen Welt, der den Naturgesetzen unterliegt? Umgekehrt kann ja auch kein naturwissenschaftlicher Versuch die Existenz Gottes widerlegen.
Historisch kann man untersuchen, ob die Überlieferungen der Erfahrungen, die Menschen mit Gott gemacht haben, vertrauenswürdig weitergegeben wurden. Den Kern, ob die Erfahrung wirklich eine Gotteserfahrung war, kann man wissenschaftlich-historisch aber nicht belegen oder widerlegen.
Gott wird uns als Person vorgestellt und es erschließt sich schnell, welcher der oben skizzierten Erkenntniswege wohl am geeignetsten ist, etwas Gewisses über ihn herauszufinden. Gott kann nur in einer personalen Beziehung, die durch Gebet und Vertrauen gekennzeichnet ist, erfahren werden. Diese Erfahrung schafft dann allerdings eine Gewissheit, die für den, der diese Erfahrung macht, qualitativ nicht hinter den anderen Methoden zurückbleibt.
Genau diesen Erkenntnisweg hat auch Jesus Christus aufgezeigt. In Johannes 7,17 heißt es: „Wer bereit ist, Gott zu gehorchen, wird merken, ob meine Lehre von Gott ist oder ob ich meine eigenen Gedanken vortrage.“ Und im Alten Testament (Jer. 29,13b+14) heißt es: „Denn wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, werde ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr.“
Gott kann man nicht beweisen, aber persönlich erfahren.