Autor: Volker Glaser

  • Osterhund statt Osterhase?

    Meine Sparkasse begrüßt mich auf ihrer Website mit der Aufforderung sich keinen Osterhund als Osterhasen andrehen zu lassen. Naja, eigentlich wollen sie nur eine Rechtsschutzversicherung verkaufen.

    Aber wie auch immer Osterhund statt Osterhase, wäre das so schlimm?

    Osterhase statt „Jesus ist auferstanden“, Wiedererwachen der Natur statt Auferstehung, Kreislauf von Werden und Vergehen statt Jesus lebt und alles wird anders, das wäre ein fataler Irrtum.

    Nichts gegen Osterhasen und Ostereier, aber der Sinn von Ostern sind sie nicht.

    Alles, was Ostern zählt ist im Neuen Testament gut bezeugt und kann erfahren werden im Vertrauen auf den Auferstandenen.

    Einfach mal nachlesen und anfangen ihn anzureden. Dann fängt man an Hund und Hase, nein Entschuldigung, Sinn und Unsinn zu unterscheiden.

    Frohe Ostern!

  • Konsequent abschieben!

    Im Wahlkampf in Rheinland-Pfalz hat der AfD Spitzenkandidat Jan Bollinger versprochen die Startbahnen des größten rheinland-pfälzischen Flughafens mit Abschiebeflügen zum Glühen zu bringen. Auch damit feierte er einen großen Wahlerfolg. Nun trat seine Landtagsfraktion zusammen und rasierte ihn ohne Schaum.

    Soll man ihn beklagen? Auch in der Vergangenheit wurde das Spitzenpersonal der Partei abserviert. Die AfD Landtagsfraktion hat damit ja nur die Forderung von Herrn Bollinger nach glühendem und konsequentem Abschieben aber so was von schnell erfüllt. Kaum wieder im Landtag, schon abgeschoben. Aufs Abstellgleis! Nach den Abschiebungen der früheren Vorsitzenden ist dies ein weiterer Schritt in die rechte Richtung

    Wer‘s immer noch nicht kapiert hat, wen er da gewählt hat, vielleicht dämmert es ja jetzt.

    Ich grüße die AfD mit einem Zitat aus der Bibel: (3.Mose 19,33)
    Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken.

  • Alte weiße Männer

    Alte weiße Männer

    Immer wieder lese ich etwas, meist Abfälliges, über „alte weiße Männer“.

    Das kann ja wohl nicht sein, dass Menschen wegen ihres Alters, ihrer Hautfarbe und ihres Geschlechtes diskriminiert werden. Nein, das kann nicht sein, sind die, die den Ausdruck gebrauchen doch oft Menschen, die sich zugutehalten, dass sie wach sind für jede Form von Diskriminierung. Die würden so etwas doch nicht tun!

    Es hat lange gedauert, bis ich kapierte, dass hier schlichtweg ein Schreibfehler vorliegt. Natürlich soll von alten weisen Männern geredet werden. Dann ist es nicht diskriminierend und akzeptabel.

    Den Schreibfehler verzeihen wir gern, wissen wir doch, dass ein Schlechtreibfehler sich schnell mal einschleicht.

  • Irgendwas hoffen?

    Irgendwas hoffen?

    „Ich gehe zu denen, die mich lieben und warte auf die, die mich lieben ich gehe zu denen, die mich lieben und warte auf die, die mich lieben.“
    Dieser Satz überschrieb eine Todesanzeige.
    Klar, angesichts des Todes stellt sich die Frage, ob es das jetzt gewesen ist, ob der Verstorbene einfach nicht mehr ist, oder ob es irgendwie ein Weiterleben und vielleicht auch ein sich Wiederbegegnen gibt.
    Solche und ähnliche Sätze klingen hoffnungsvoll und tröstlich. Immer aber stellt sich die Frage, worin ist die Hoffnung auf ein solches Weiterleben begründet? Wer oder was ist dafür zuständig, dass es ein Weiterleben gibt? Wer oder was ermöglicht dieses Wiedersehen und an welchem Ort und unter welchen Umständen?
    Es ist schon seltsam, dass zunehmend weniger Menschen an den Gott glauben, der ein solches Weiterleben versprochen hat und anbietet, viele Menschen aber mit großer Selbstverständlichkeit solche Hoffnungen formulieren, obwohl sie keinen Anhalt haben, der diese Hoffnung begründet.
    Dass man sich etwas wünscht, stellt ja noch lange nicht sicher, dass es das Gewünschte gibt.
    Hoffnung auf ewiges Leben kann nur von dem Ewigen kommen. Wer dem ewigen Gott in diesem Leben vertraut, geht nicht ins Nichts, sondern zu ihm.
    Der Tod ist eine zu ernste Sache, um sich mit vagen Wünschen zufriedenzugeben.

  • Volkskrankheit Tod und wieso man damit leben kann

    Mal wieder sauber erkannt! Der Tod ist die Volkskrankheit. Jedem wird diese Diagnose gestellt. Todsicher!
    Mein Lieblingssatiremagazin „Postillion“ hat es mit einem Titelbild des fiktiven Magazins „Postillion am Sonntag“ auf den Punkt gebracht.
    Darunter der tröstliche Hinweis „Deshalb sollten Sie sich von der Diagnose nicht unterkriegen lassen“. Leider ist der „Postillion am Sonntag“ ein fiktives Magazin und so werden wir dort nicht erfahren, was uns trösten kann.
    Was könnte denn helfen, angesichts der Unausweichlichkeit des Todes? Wenn es doch nicht das allerletzte Ende wäre und noch irgendetwas käme, das wäre gut.

    Und so wird fleißig fabuliert. Dem Kind wird erklärt: „Der Opa ist jetzt ein Stern.“ Was soll das arme Kind denken, wenn es in der Schule erklärt bekommt, was ein Stern ist? Oder: Er/Sie ist jetzt ein Engel. Hhm? Wer oder was löst diese Verwandlung aus? „Dort, wo er jetzt ist, geht es ihm besser.“ Wer oder was führt diesen besseren Zustand herbei?

    Wenn nach dem Tod noch etwas käme, ja, das wäre eine ganz andere Perspektive.
    Wünschen können wir uns viel, aber hat das auch irgendeine Basis?
    Angesichts der „Volkskrankheit Tod“ muss keiner verzweifeln. Es gibt ein danach und das ist sichtbar geworden, als Jesus auferstanden ist. Er war mausetot und begraben. Nach 3 Tagen war das Grab leer und er erschien seinen Jüngern. Langsam dämmerte ihnen: Es gibt ein Leben nach dem Tod. Er ist der, der über dieses Leben verfügt und es denen schenkt, die sich ihm anvertrauen. Der Tod ist auch nicht mehr das, was er einmal war. Er ist, erkennbar, nur ein Übergang. Wer Jesus vertraut, weiß, wo er danach sein wird. Volkskrankheit Tod – damit kann man leben!

    Glaubst du nicht? Guckst du da:

    https://www.iguw.de/site/assets/files/2344/spiess_auferstehung_fur_skeptiker.pdf

    und da auch:

    https://www.iguw.de/site/assets/files/2763/grassl-spiess_indizien-fur-die-auferstehung_iguw.pdf

  • Tröstlich!

    Tröstlich!

    Zuverlässig schickt mir meine Bibel App (YouVersion) jeden Tag den Vers des Tages.
    Manchmal möchte ich spontan wissen, in welchem Zusammenhang steht dieser Satz denn? Ein Klick auf „Mehr“ und schon öffnet sich das Kapitel in dem der Vers steht.
    Gestern lautete der Vers: „Als mir die Sorgen keine Ruhe mehr ließen, hast du mich getröstet und wieder froh gemacht.“
    Dieser Satz steht im Psalm 94,19. Was steht da wohl noch? Klick! Ich lese den gesamten Psalm:


    Gott, greif ein! HERR, du Gott der Vergeltung,
    erscheine in deinem strahlenden Glanz! 
    Erhebe dich, du Richter der ganzen Welt!
    Gib den Hochmütigen, was sie verdienen! 
    Wie lange noch sollen sie hämisch lachen,
    wie lange noch schadenfroh spotten? 
    Einer versucht, den anderen zu überbieten,
    sie schwingen große Reden und prahlen mit ihren Verbrechen. 
    HERR, sie unterdrücken dein Volk!
    Alle, die zu dir gehören, leiden unter ihrer Gewalt. 
    Brutal ermorden sie Witwen und Waisen, schutzlose Ausländer schlagen sie tot. 
    »Der HERR sieht es ja doch nicht!«, höhnen sie, »der Gott Jakobs merkt nichts davon!« 
    Ihr Dummköpfe! Seid ihr wirklich so unverständig?
    Wann kommt ihr Narren endlich zur Vernunft? 
    Gott, der den Menschen Ohren gegeben hat – sollte er selbst nicht hören?
    Er gab ihnen Augen – sollte er selbst nicht sehen? 
    Er, der mit den Völkern ins Gericht geht – sollte er nicht auch euch bestrafen?
    Ja, Gott bringt die Menschen zur Vernunft! 
    Er durchschaut ihre Gedanken und weiß: Sie sind wertlos und führen zu nichts. 
    Glücklich ist der Mensch, den du, HERR, zurechtweist und den du in deinem Gesetz unterrichtest! 13 Denn du willst ihn bewahren, wenn die Bösen ihr Unwesen treiben,
    so lange, bis die Übeltäter zur Strecke gebracht sind. 
    Denn der HERR wird sein Volk nicht verstoßen; wer zu ihm gehört,
    den lässt er nicht im Stich. 
    Gerechtigkeit und Recht werden wieder einkehren,
    und die aufrichtig mit Gott leben, werden sie willkommen heißen. 
    Wer steht mir bei gegen all diese Verbrecher?
    Wer beschützt mich vor denen, die Böses tun? 
    HERR, wenn du mir nicht geholfen hättest,
    dann wäre ich jetzt tot – für immer verstummt! 
    Sooft ich dachte: »Jetzt ist alles aus!«, halfst du mir in Liebe wieder auf. 
    Als mir die Sorgen keine Ruhe mehr ließen, hast du mich getröstet und wieder froh gemacht. 
    Du hältst niemals zu den bestechlichen Richtern,
    die Unheil anrichten, indem sie das Gesetz missbrauchen. 
    Sie aber verbünden sich gegen jeden, dem das Recht am Herzen liegt,
    und sprechen ihm sein Urteil, obwohl er doch unschuldig ist! 
    Der HERR aber schützt mich wie eine sichere Burg,
    er ist der Fels, bei dem ich Zuflucht finde. 
    Die Richter müssen für ihre Untaten büßen,
    für ihre Verbrechen wird Gott sie bestrafen.
    Ja, der HERR, unser Gott, wird sie vernichten!


    Woher wusste der Psalmbeter, wie es heute in unserer Welt zugeht?
    Aber er weiß nicht nur das. Er weiß auch, dass diese Welt nicht sich selbst überlassen ist.
    Wie mächtig, die Bösewichte in dieser Welt auch sein mögen, wie sehr sie auch denken, sie könnten machen, was sie wollen und es hätte keine Konsequenzen, über ihnen steht einer, gegen den sie nur ohnmächtig sind.
    Tröstlich!
    Sollte man nicht vergessen.
    Mit diesem Wissen fällt das Lesen der Tageszeitung wieder leichter.

  • Zu wenige

    Immer wieder das gleiche Gesprächsthema. Es gibt zu Wenige. Zu wenige Handwerker, zu wenige Altenpflegerinnen, zu wenige Ingenieure, zu wenige Facharbeite, zu wenige Erzieherinnen.
    Gibt es noch Handwerkerautos, auf den nicht steht „Kollege gesucht“? Im Pflegebereich werden hohe Prämien gezahlt, wenn man einen Kollegen oder eine Kollegin anwirbt.


    Tja, wo sind sie denn? Es fehlen in Deutschland 5 Millionen Menschen. Sie wurden seit den siebziger Jahren getötet, bevor sie geboren wurden. Seit den Reformen des Paragraf 218 in den Jahren 1974 bzw. 1976 weist die offizielle Statistik jeweils im Schnitt pro Jahr 100.000 Schwangerschaftsabbrüche pro Jahr aus. Auf die Zeit gerechnet sind das 5 Millionen Menschen. Von denen wären natürlich etliche noch nicht im erwerbsfähigen Alter, andere hätten dagegen schon längst wieder Kinder.


    Hätte unser reiches Land keine bessere Lösung gehabt, um Frauen in Konfliktsituationen zu helfen? Und war es nicht möglich, Menschenleben besser zu schützen?

  • AfD Veranstaltung in Bad Dürkheim

    „Die Rheinpfalz“ berichtete am 19. 1. 2026. Das war mir diesen Leserbrief wert:

    Schön, dass Sie über die AfD Veranstaltung in Bad Dürkheim auch inhaltlich berichtet haben. Nur dann kann man sich mit den dort getätigten Aussagen auseinandersetzen.
    Frau Weidel hat ein Problem damit, dass sich die Windräder zu wenig drehen. Das ist in der AFD-Meinungsblase ein häufig zu hörendes Redeversatzstück. Wie erstaunlich ist es da, dass obwohl die sich ja wohl nie drehen, also einfach unsinnig sind, sie im vergangenen Jahr 132 TW/h oder ca. 30 % der Stromerzeugung in Deutschland erbrachten. Dies ist wahrlich ein Wunder! Oder Frau Weidel hat ein Wahrnehmungsproblem?
    Für Frau Weidel gehört ja auch Photovoltaik zum „Flackerstrom“. Erstaunlich, dass unsere PV-Anlage trotz Nebel und Wolken im Dezember 66 % unseres Strombedarfs gedeckt hat (obwohl wir teilweise elektrisch heizen). Noch ein Wunder!? Sie will neue Atomkraftwerke bauen. Das jüngst in Frankreich fertiggestellte neue Atomkraftwerk Flamanville hatte eine Bauzeit von 17 Jahren und kostete 23,7 Milliarden €. Nur wenn man in der AfD-Blase feststeckt, sieht man durch solche Investitionen die Stromkosten purzeln.
    Frau Weidel sieht in der frei gewählten Regierung der Ukraine ein Unrechtsregime. Und Putin ist ein „lupenreiner Demokrat“ und Wohltäter der Menschheit? Kein Unrechtsregime in Russland? Kein Problem, sich von Putin abhängig zu machen?
    Herr Bollinger möchte Abschiebungen, Abschiebungen, Abschiebungen. Das ist ja eines der Hauptmotive in politischen Aussagen von AfD Politikern. Die „Startbahnen zum Glühen bringen“ durch Abschiebeflüge von „Menschen ohne Bleiberecht, die straffällig werden“. Nun, so viele gibt es davon nun wirklich nicht, um diesen speziellen Flugverkehr so rasant zu betreiben. Will er vielleicht doch alle Menschen mit Migrationshintergrund abschieben? Auch die, die hier voll erwerbstätig sind, Steuern zahlen und zum Bruttosozialprodukt beitragen? Schrumpfende Gesellschaften haben schrumpfende Wirtschaften. Das könnte ganz schön arm und einsam werden. Und falls er mal pflegebedürftig wird oder er einen Handwerker braucht, könnten ihm schnell helfende Hände fehlen.
    Herr Stephan möchte Handschellen klicken hören. Er meint also, die Menschen, die während der Pandemie versucht haben, Schlimmeres zu verhindern, haben strafbar gehandelt? Möglicherweise haben sie Fehler gemacht. Aber jeder, der sich politisch engagiert und einen Fehler macht, soll in Handschellen gelegt werden?
    Ach, liebe AfD Anhänger kommt heraus aus dieser Denkblase und stellt euch den Fakten. Die „Wahrheit wird euch frei machen“, hat schon Jesus gesagt.

  • Christen leben aufwärts

    Christen leben aufwärts

    Irgendwann fiel mir eine aufwärtslaufende Sanduhr in die Augen. Inspirierte mich zu den folgenden Gedanken:
    Die Zeit läuft. Jahre vergehen wie im Flug. Das Leben zerrinnt. Ein Zeichner hat dies dargestellt,
    in dem er in den oberen Teil einer Sanduhr einen Menschen eingezeichnet hat, der durch die Öffnung hindurch nach unten zu Staub zerfällt.
    Die Lebenszeit eines Menschen ist begrenzt. Die Lebenskräfte nehmen im Laufe der Zeit ab. Am Ende heißt es: „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub.“ Dieses Ende kann nicht das Ziel des Lebens sein. Wenn das Leben kein anderes Ziel hat, dann ist es eine letztlich traurige Angelegenheit.
    70, 80 oder wie viel Jahre auch immer leben und dann alles vorbei?
    Einige Jahre Wachstum, Entwicklung, dann Jahre der vollen Gestaltungs- und Leistungskraft und dann Jahre des Niedergangs –ist das das Leben eines Menschen?
    Christen glauben, dass ihr Leben auf Gott zu geht. Dass nach dem Ende die Auferstehung kommt.
    Christen glauben, dass nicht alles ins Nichts zerrinnt, sondern auf Gott zuläuft.
    Die „Aufwärts-Sanduhr“ ist ein Symbol dafür. Christen leben aufwärts. Sie haben eine Hoffnung. Diese Hoffnung verändert die Sicht des Lebens. Wenn in diesem Leben nichts Neues und Besseres mehr zu erwarten ist, kann diese Perspektive nicht niederdrücken, die schlechten Aussichten auf der
    sichtbaren Wegstrecke werden überlagert von der Hoffnung auf die Ewigkeit.

    Die aufwärtslaufende Sanduhr mit dem oben stehenden Begleittext verkauft der Förderverein unserer Kirchengemeinde https://evang-gemeinde-dudenhofen.de/?page_id=268

    Christen leben aufwärts. Diese tolle Botschaft haben bislang 8000 verkaufte Sanduhren in die Welt getragen.

  • Politik ist das Problem!?

    Macht Demokratie unglücklich?

    Oft habe ich Konfirmanden gefragt, worunter Menschen in dieser Welt denn leiden, was sie unglücklich macht. Im Anschluss sprachen wir dann über eine Regel, die das Leben und das Zusammenleben von Menschen grundsätzlich zum Guten wenden kann. Es ist das Doppelgebot der Liebe: „Liebe Gott von ganzem Herzen und deinen Mitmenschen wie dich selbst.“

    Auf diese Frage habe ich schon viele vernünftige und auch etliche kuriose Antworten bekommen. Doch als eine Antwort auf diese Frage „Politik“ lautete, da war ich dann doch etwas überrascht. Hinter dieser Antwort stand ja wohl der Gedanke, dass es den Menschen besser ginge, wenn es keine Politik gäbe.

    Wenn dies nur ein undurchdachtes Statement eines 13-Jährigen wäre, wäre es nicht des Schreibens wert. Diese negative Einstellung zu „Politik“ begegnet mir aber auch sonst immer mal wieder. Unreflektiert wird der Begriff verwendet und über die Sache, und mehr noch über die Akteure, geschimpft.

    Wo Menschen zusammenleben muss dieses Zusammenleben irgendwie organisiert werden. Es braucht Gesetze, Regeln, Systeme, um mit Problemen umzugehen und Interessen unter einen Hut zu bringen. Das ist nicht einfach. In den frühen Zeiten der Menschheit war weniger kompliziert: Der Stärkste hat sich durchgesetzt, wurde Häuptling, Anführer oder später dann König. Er nutzte seine Stärke, um seine Macht noch mehr auszubauen und hatte das Sagen, bis ein Stärkerer ihm mit den gleichen Methoden die Macht genommen hat. Wenn die Menschen Glück hatten, war der Anführer klug und vernünftig und nicht allzu egoistisch. Wenn sie Pech hatten, war er es nicht und sie litten unter seiner Herrschaft.

    Da dieses System für die meisten Menschen auf Dauer doch nicht so klasse war, machte sich der Gedanke der Demokratie breit. In einer „Herrschaft des Volkes“ können sich alle wahlberechtigten Menschen am Prozess der Entscheidungsfindung beteiligen. Die Mehrheit entscheidet. Da sich nicht alle Menschen einig sind, was das Richtige ist, kommt es zu politischem Streit. Wenn Menschen, die sich politisch engagieren, miteinander sachlich streiten, ist dies also nicht furchtbar (auch wenn  Medien gern dies gern und oft anders darstellen), sondern ein natürlicher Teil dieses Interessenausgleichs.

    Dass es ein Spektrum der politischen Meinungen gibt, dass also mein Gegenüber anderer Meinung ist als ich, gilt es auszuhalten. So lange es im (Grund-) gesetzlichen Rahmen bleibt, hat jeder sein Recht auf die eigene Meinung, auch wenn ich sie für falsch halte. Dass die eigene Meinung nicht einfach Gesetz wird, dass Kompromisse ausgehandelt werden müssen, das liegt im System begründet. Aber mal im Ernst: Möchte jemand ernsthaft lieber ein System haben, wo einer allein das Sagen hat?

    Dem Konfirmanden, und allen, die genauso denken, möchte ich sagen: Dann engagier dich doch! Beschäftige dich mit den Problemen, bring deine Meinung in den Diskurs ein, überzeuge mit deinen Argumenten, lebe damit, dass du nicht immer zur Mehrheit gehörst und deine Meinung eben nicht immer Gesetz wird. Aber hör auf, einfach zu schimpfen und zu meinen, ohne Politik ginge es uns besser.

    Ja, jeder kann sich mit seinen Meinungen einbringen. Und gerade auch das Heraustreten aus der eigenen Meinungsblase, das Diskutieren mit Menschen, die ganz anders denken, hilft die Probleme zu verstehen und neue Sichtweisen zu gewinnen.

    Dies alles kann geschehen unter dem Satz des Propheten Jeremia: „Suchet der Stadt Bestes“.