Autor: Volker Glaser

  • Alice Weidel hat gelogen

    Alice Weidel hat gelogen

    Wenn Politiker etwas Falsches sagen, gibt es ja grundsätzlich immer zwei Möglichkeiten. Entweder die Person weiß es nicht besser, ist also je nach Situation unwissend, schlecht informiert, dumm, nicht lernwillig … Solche Menschen sind zwar möglicherweise ehrlich, aber eben auch unfähig, Ämter zu übernehmen.
    Die Alternative ist, der Mensch, der etwas Falsches sagt, weiß, wie die Dinge liegen, sagt aber bewusst etwas Falsches. Er lügt also.
    Gestern Abend (6.9.2026) behauptete Frau Weidel im deutschen Fernsehen, dass es so etwas wie den Verfassungsschutz ja in anderen Ländern gar nicht gäbe. Das ist so grob falsch, dass man beim besten Willen sich nicht vorstellen kann, dass sie es nicht besser weiß. Eine erste kleine Antwort mit KI hätte Frau Weidel schon eines Besseren belehrt: „Der deutsche Verfassungsschutz hat als reiner Inlandsgeheimdienst seine Entsprechung in fast allen demokratischen Staaten.“
    Das weiß sie!
    Dass diese Dienste in anderen Ländern logischerweise anders heißen, ist ja wohl selbstverständlich.
    In den von der AfD ganz besonders hochgeschätzten Ländern hat der Verfassungsschutz allerdings noch ganz andere Möglichkeiten. In den USA liegen die vergleichbaren Aufgaben beim FBI. Im Gegensatz zum Bundesamt für Verfassungsschutz hat das FBI polizeiliche Vollzugsrechte und darf keineswegs nur beobachten. Und in dem Land, dessen politischem Führer die AfD ganz besonders huldigt und zu dem sie Deutschland wieder in Abhängigkeit bringen möchte, heißt der Geheimdienst FSB. Welche Macht und Bedeutung der in Russland hat, sollte wirklich jedem bekannt sein.
    Also kurz zusammengefasst:

    Frau Weidel hat gelogen.

  • Stockholmsyndrom?

    Stockholmsyndrom?

    Angesichts der bevorstehenden besonderen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt habe ich mir die Diskussion der Spitzenkandidaten bei MDR angeschaut.

    Ein paar Aussagen, die ich gehört habe, lassen mich ratlos zurück. Genauer gesagt sind es nicht die Aussagen der Spitzenkandidaten, sondern die Tatsache, dass man mit diesen Positionen Wähler hinter sich scharen kann.

                   AfD und BSW sind dafür, für billiges Gas (trotz der daraus folgenden Erpressbarkeit) über den von Russland begonnenen Krieg in der Ukraine freundlich hinwegzusehen. Die beiden Parteien zusammengenommen gefällt das knapp der Hälfte der Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt. Hat man nicht genug Erfahrung mit Diktatur und Bevormundung aus dem Osten gemacht? Hat man sich im Sinne des Stockholmsyndroms mit den Unterdrückern verbunden? Warum bringt man diese unterwürfige Freundlichkeit gegenüber Russland auf? Dabei blendet man aus, dass Russland selbst den Gashahn zugedreht hat und dass der Gasspeicher, den Gazprom betrieben hat zu Beginn des Ukrainekrieges schon mal vorauswissend, was geschehen wird, leer war.

                   Der Spitzenkandidat der AfD Siegmund sagt als Abhilfe gegen Facharbeitermangel „es muss ja nicht jeder Abitur machen“. Im Laufe der Diskussion wird dann die Information gegeben, dass es in diesem Jahr nicht mal 5000 junge Leute waren, die in Sachsen-Anhalt Abitur gemacht haben.

                   Sollten die anderen Parteien insgesamt eine knappe Mehrheit der Sitze im Landtag bekommen, bleibt vollkommen offen, wie daraus eine Regierungskoalition werden könnte. Die Spitzenkandidaten der Parteien können diese Frage schlichtweg nicht beantworten.

                   Kandidaten der beiden vorgenannten Parteien bezeichnen Sachsen-Anhalt als Land im Chaos. Bei allen Missständen, die es gibt und bei all den Problemen, die das Land hat, kann eine solche Bezeichnung wohl nur jemand gebrauchen, der auch nicht ansatzweise weiß, was Chaos ist. (Duden: Abwesenheit, Auflösung aller Ordnung; völliges Durcheinander) welche Sicht auf ihr Land haben Menschen, die solche Politiker wählen wollen? Auch wenn Sachsen-Anhalt ein Land ist, das auch aufgrund seiner Geschichte im letzten Jahrhundert, viele Probleme hat, fragt man sich, wie Wahlberechtigte dazu kommen, ihr Land so zu sehen (und entsprechend denkende Politiker zu wählen)? Wenn Menschen ihre Hoffnung darauf setzen, dass Politiker Ihnen das Paradies schaffen (weil sie ein anderes Paradies sich nicht vorstellen und nicht daran glauben können?) dann hat es die Demokratie, die immer nur Kompromisse zwischen widerstrebenden Positionen erzielen kann, schwer.

  • Schöner Wohnen mit Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano

    Ich habe in meinem Blog ja schon manches über die AfD geschrieben und einige seltsame Aussagen und Absichten dieser Partei aufs Korn genommen. Heute richte ich den Blick mal mehr nach links.

    Jeder, der schon mal eine Wohnung gesucht hat und der gemerkt hat, dass das Angebot viel kleiner ist als die Nachfrage, jeder der festgestellt hat, dass dadurch die Mietpreise in einer Höhe liegen, die ihn vom Markt ausschließen, weiß wie bedrohlich es ist, keine akzeptable Wohnung zu finden. Das Bedürfnis nach einem Zuhause gehört zu den Grundbedürfnissen von Menschen.
    Der Trend der vergangenen (und möglicherweise auch der kommenden Jahre) zu immer kleineren Haushalten, zu weniger Zusammenwohnen von mehreren Generationen, zu mehr Singlehaushalten hat den Wohnungsmangel verstärkt. Lösungen sind nicht einfach. Bauen ist teuer, auch weil man einfach großzügige Ansprüche an seinen Wohnraum hat, auch weil man auf (Umwelt) Standards nicht verzichten will, weil man nicht mehr Flächen für Wohngebiete erschließen will, weil man auch nicht grenzenlos weiter verdichten kann. Grünflächen sollen ja auch noch bestehen bleiben.
    Schön, dass die Linke das Rezept gefunden hat. Vergesellschaften von Wohnraum! Wohnungsbaugesellschaften stehen hier am meisten im Visier. Wieso die Vergesellschaftung von Immobilien AG’s mehr Wohnraum schafft, konnte Herr Pantisano im ZDF Sommerinterview in diesen Tagen nicht erläutern. Das kann ich auch nicht. Ich kann aber erläutern, wohin das Konzept führen wird: Die vergesellschafteten Wohnungen werden günstiger vermietet. Mit den geringeren Mieteinnahmen wird man die Wohnungen schwerlich in gutem Zustand erhalten, geschweige denn modernisieren können. Wohin ein reglementierter Wohnungsmarkt steuert, konnte man in der DDR im Feldversuch sehen. Private Vermieter, die nur sehr niedrige Mieten nehmen durften, haben keinen Aluchip (Mark der DDR) mehr in ihre Wohnungen gesteckt. Wer solche Wohnungen nach Jahrzehnten gesehen hat, der weiß, was Verfall ist.
    Weil diese Rechnung nicht aufgeht, muss der Staat wohl Geld in seine „vergesellschafteten“ Wohnungen stecken. Dieses Geld muss er sich irgendwo nehmen. Super, dass es noch Milliardäre gibt. Für die Linke sind sie gewissermaßen das Tagesgeldkonto des Staates. Nach eigenen Aussagen sollte es Milliardäre aber nicht geben. Das Tagesgeldkonto wird dann also irgendwann leer geräumt sein.
    Immer wieder ist zu lesen, dass die Linke besonders bei jungen Menschen gut ankommt. Das ist auch in keiner Weise anders zu erwarten. Ältere Menschen, die sich noch erinnern können, wie das ist, wenn nicht nur Wohnungen, sondern auch Fabriken u. a. m. vergesellschaftet werden, kommen doch mehr ins Nachdenken. Das Ergebnis hieß realexistierender Sozialismus und hatte fortlaufenden Erfolg. Es hat so gut funktioniert, dass die Menschen irgendwann nach Kapitalismus verlangten.
    Da Menschen nicht einfach von Natur aus sozial sind, muss man den Markt an vielen Stellen regeln. Man nennt das soziale Marktwirtschaft und die Bundesrepublik ist in der Vergangenheit damit ja nicht schlecht gefahren. So muss der Staat auch in Bezug auf den Wohnungsbau regulieren.
    Indem man Menschen, die die Möglichkeit haben, in den Wohnungsbau zu investieren, abschreckt, wird man das Problem aber nicht lösen.

  • Umgang mit Gefährdern – kleine Nachfragen

    Nach dem Anschlag beim CSD in Berlin meldeten sich viele Politiker und andere Experten mit Vorschlägen zu Wort, was zur Verhinderung solcher Anschläge zu tun ist. In den Medien wurde auch derAfD Bundestagsabgeordnete Martin Hess zitiert. Wenig überraschend plädiert er alle islamistischen Gefährder in Gewahrsam zu nehmen und , falls es Ausländer sind,sie abzuschieben, falls sie Deutsche sind, sie in Präventivhaft zu nehmen. Ich habe da aber noch eine Frage:

    Sehr geehrter Herr Hess,

    in diesen Tagen habe ich, im Zusammenhang des Anschlages in Berlin ihr Statement zum Umgang mit islamistischen Gefährdern in den Medien wahrgenommen. Grundsätzlich, kann ich ihre Überlegungen nachvollziehen. Wieso in dem Fall des Berliner Attentäters eine Bewährungsstrafe nach Jugendstrafrecht ausgesprochen wurde, verstehen viele Menschen nicht.

    Interessieren würde mich jetzt aber darüber hinaus ihre Meinung zu folgender Fragestellung: Sind Sie auch dafür, rechtsradikale Gefährder vorbeugend in Haft zu nehmen?

    Gerade wurden rechtsradikale Gewalttäter in Hamburg nach Jugendstrafrecht verurteilt, obwohl ein Teil der Angeklagten zum Zeitpunkt der Tatausübung bereits volljährig war.

    Auch im Zusammenhang des Urteils wurde von Deradikalisierungsmaßnahmen gesprochen, von denen sie nicht viel halten. Wäre hier nicht auch ein härteres Vorgehen notwendig? Wie wird man gewährleisten, dass diese Täter ihre Taten nicht wiederholen? Natürlich kenne ich die Prozessakten des Falles nicht und kann die Täter so nur nach dem Gefahrenpotenzial ihrer Taten einschätzen. Und natürlich ist es grundsätzlich nicht einfach einzuschätzen, wer ein „Gefährder“ ist und weiterhin sein wird.

    Laut Verfassungsschutzbericht trifft die Einschätzung „rechtsextremer Gefährder“ auf 65 Personen zu. Was soll mit denen geschehen? Und derselben Quelle kann man entnehmen, dass im vergangenen Jahr täglich im Durchschnitt 101 rechtsextremistische Straftaten begangen wurden. Es handelt sich also um ein nicht unwesentliches Problemfeld.

    Sind Sie mit mir der Meinung, dass in diesen Fällen genauso vorgegangen werden sollte wie bei islamistischen und sonstigen Gefährdern?

    Zu Recht wurden in der Vergangenheit Vereine und Organisationen, die islamistisch tätig waren, verboten, um weitere Radikalisierungen zu verringern. Sind Sie mit mir der Meinung, dass auch gegen rechtsextremistische Umtriebe stärker vorgegangen werden muss?

    Und sind Sie mit mir der Meinung, dass unabhängig von der Anzahl der betroffenen Personen dasselbe Recht gelten muss?

    Mit sicherheitsbewussten Grüßen

    Volker Glaser

    Und hier die Antwort von Herrn Hess: „ “

    Keine Antwort ist auch eine Antwort. Da selbst ein einfaches Ja auf die gestellte erste Frage ausblieb, dürfen wir also davon ausgehen, dass rechtsradikale Gefährder ihm nicht als Problem erscheinen.

  • „Brüssel ringt um Sanktionen gegen Israel“

    so war ein Artikel in der Regionalzeitung „Die Rheinpfalz“ vom 13. Juli 2026 überschrieben. Darin wird berichtet, wie die Regierungen der EU Staaten diskutieren, ob man Israel wegen des Vorgehens im Gazastreifen und wegen der Siedlungspolitik mit Sanktionen belegen soll. Einige Staaten fordern das vehement, andere sind dagegen.
    Meine Meinung dazu:
    Die Politik des Staates Israel kann man aus guten Gründen kritisieren.
    Man kann sich aber zusätzlich auch bemühen, sie zu verstehen. Der Staat Israel musste von Anfang an um sein Bestehen kämpfen. In Israel standen sich immer die Tauben und die Falken gegenüber. Mit den Tauben sind Menschen gemeint, die mehr Nachgeben bereit sind. Die Falken dagegen setzen auf Überlegenheit und Macht. Da die Nachgiebigkeit der Tauben in der Vergangenheit meist nicht belohnt wurde (Was hat es Israel gebracht, sich aus dem Gazastreifen zurückzuziehen?) haben die Falken zurzeit die Macht in Israel in Händen. Es ist eben einfach eine schwierige Situation, wenn Nachbarn einen umbringen wollen.

    (siehe auch: Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar will Sie umbringen)

    Dass man in einer solchen Situation auch ungerecht und maßlos handelt, sollte verstehbar sein.
    Und man kann auch überlegen, welchen Anteil an der Problematik im Nahen Osten das eigene Land und die eigenen Vorfahren haben.
    Die Juden haben ja nicht aus einer Laune heraus beschlossen, wieder im Land Israel zu siedeln und einen Staat zu gründen. Seit der Vertreibung aus dem Land Israel durch die Römer waren sie ja auf viele Länder zerstreut. Über Jahrhunderte kam es in diesen Ländern aber immer wieder zu Verfolgungswellen, teils durch Pogrome, teils durch angeordnete Verfolgungen und Vertreibungen. Daran haben die meisten europäischen Länder ihren Anteil. Der Holocaust war dann noch einmal eine ungeheuerliche Steigerung vieler vorausgegangener Verfolgungen.
    Wenn nun europäische Länder sich moralisch über Israel stellen und nicht sehen, welche Wurzeln dies alles hat, kann ich das nicht verstehen.
    Im Artikel wird darauf hingewiesen, dass Spanien sich besonders hervortut Israel zu verurteilen. In der Wikipedia heißt es lapidar: „Spanien hatte sein „Judenproblem“ schon gegen Ende des Mittelalters „gelöst“. Nach dem Alhambra-Edikt vom 31. März 1492 mussten alle Juden, sofern sie sich nicht taufen ließen, binnen dreier Monate das Land verlassen.“ Und in der Folgezeit hat die spanische Inquisition, versucht, alle konvertierten Juden ausfindig zu machen, die ihren alten Glauben nicht wirklich abgelegt hatten. Die spanische Inquisition wird üblicherweise der Kirche angelastet, und ja, der Papst hat sie genehmigt. Es war aber im Wesentlichen eine Aktion der spanischen Krone.
    Spanien ist aber hier nur ein Beispiel, andere europäische Länder könnte man anreihen.
    Aktuell sollte man auch nicht vergessen, zu fragen, welche Teile des Gaza-Waffenstillstands¬abkommens erfüllt wurden und welche nicht. Hat die Hamas Waffen abgegeben?
    Ausgewogene und geschichtsbewusste Betrachtungen und Handlungen wären angemessen.

  • Die Widersprüche in der Bibel sind nicht auszuhalten

    Die Widersprüche in der Bibel sind nicht auszuhalten

    Die Bibel ist voller Widersprüche.

    Die Bibel widerspricht unserem egoistischen Lebensstil und fordert uns auf, unseren Mitmenschen zu lieben wir uns selbst. (z. B. Matthäus 22,39)
    Die Bibel widerspricht unserer Illusion, dass wir dem Tod entgehen könnten, wenn wir nicht dran denken und sagt uns, dass wir erst klug leben werden, wenn wir bedenken, dass wir sterben müssen. (Psalm 90, 12)
    Die Bibel widerspricht unserer Vorstellung, wir könnten mit Besitz unser Leben absichern und weist uns darauf hin, dass alle Schätze dieser Welt vergänglich sind. Wenn nicht „Motten und Rost“ (Matthäus 6, 19+20) (oder der technische Fortschritt, der sie veralten lässt, die Inflation, ein Aktiencrash oder, oder, oder) sie vernichten, werden wir spätestens, wenn wir sterben, nichts mehr davon haben.
    Die Bibel widerspricht unserem Glauben, dass die Dinge, die uns am wichtigsten sind, Gott ersetzen könnten und mahnt uns, nicht vergängliche Dinge zu Götzen zu erheben. (z. B. 1. Samuel 12,21 „…und folgt nicht den nichtigen Götzen nach; denn sie nützen nicht und können nicht erretten, weil sie nichtig sind.)
    Die Bibel widerspricht unseren Allmachtsfantasien, dass wir die Welt beherrschen könnten und mahnt uns: „Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.“(Psalm 127,1).
    Die Bibel widerspricht unserer Vorstellung, dass wir selbst entscheiden können, was gut und richtig ist und sagt uns: „Es ist dir gesagt Mensch, was gut ist, Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“ (Micha 6,8).
    Die Bibel widerspricht unserer Behauptung, unser Verhalten sei gut und wir bräuchten uns nicht zu ändern und sagt uns, dass keiner so gelebt hat, dass er vor Gottes Urteil bestehen könnte. (Römerbrief 3,10)


    Ich habe schon viele Begründungen gehört, warum Menschen nicht in der Bibel lesen. Der Grund könnte aber auch sein, dass man diese Widersprüche, die die eigenen Positionen so sehr infrage stellen, nicht hören möchte.

  • Skandal! Evangelikale in der Nationalmannschaft

    Ein paar Christen beten nach einem Fußballspiel sichtbar auf dem Platz. Und die Aufregung ist groß.
    Aufregend daran ist allerdings vor allem die Erkenntnis, wie viel Unwissen in unserer Gesellschaft über den christlichen Glauben herrscht, welche Positionen des Unglaubens eingenommen und wie sie verteidigt werden und letztendlich wie sehr die aktive Religionsfreiheit infrage gestellt wird.
    Ja, ja jeder darf, das betonen die Schreiber, glauben, was er will. Wenn er‘s öffentlich macht, dann aber pfui Teufel, dann ist es bedrohlich. Das stört dann die Idylle des Unglaubens.
    In den Medien werden Experten zitiert, die darauf hinweisen, dass die Fußballspieler die Dreistigkeit haben, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.
    In einer großen Menge von Medienbeiträgen, die so klingen, als wären sie alle voneinander abgeschrieben, werden Experten zitiert, die auf Verbindungen irgendwelcher Evangelikaler zu irgendwelchen noch böseren Evangelikalen hinweisen oder die in Beziehungen zu politisch einflussreichen Menschen stehen.
    Dieselben Experten erklären dann auch, dass Evangelikale, die Bibel ernstnehmen, den zentralen Gedanken des Neuen Testament, dass Menschen erlösungsbedürftig sind, akzeptieren und glauben, dass diese Erlösung durch Jesus Christus geschehen ist. Wie furchtbar!
    Dass es sich hier um elementare Inhalte des christlichen Glaubens handelt, haben die Experten wohl selbst nicht verstanden.
    Die politisch einäugige Taz schreibt, dass die evangelikalen Fußballspieler einen „Christusfimmel“ haben. Sie gibt damit ein wunderbares Beispiel, dass Menschen die keine vertrauensvolle Beziehung zum dreieinigen Gott leben, angesichts des Phänomens Glauben, wie ein Blinder vor der Farbe stehen.
    Die Aufregung über die frommen Fußballer reicht bis in ein Forum von Fans meines Lieblingsfußballvereins.
    Einer fordert, dass die FIFA einschreiten muss, und unterstellt den Tätern gewissermaßen die Summe alles, in seinen Augen, Bösen:

    Die Evangelikalen sind wissenschaftsfeindlich,

    heißt es. Hhm? Ob das Isaac Newton, Blaise Pascal, oder die Nobelpreisträger Francis S. Collins: (Human Genome Project), William D. Phillips (Physik), Richard E. Smalley (Chemie) u. a. m. auch so sehen würden?
    Sind die Evangelikalen wissenschaftsfeindlich, wenn sie nach einer schöpferischen Intelligenz hinter dem Universum suchen, da die Wahrscheinlichkeit für eine rein zufällige planlose Entstehung einfach absurd gering ist?
    Wenn man dann noch genauer hinschaut, kann man erkennen, dass unter Evangelikalen sehr differenziert und klug über Fragen des Schöpfungsgeschehens und des Verständnisses der biblischen Texte diskutiert wird.


    Und sie sind „homophob“.

    Auch die Positionen zu Homosexualität unter Evangelikalen sind sehr viel differenzierter, als dass ein Kampfbegriff wie „homophob“ dem gerecht würde. Eine Phobie ist eine krankhafte Angst. Es ist Standard geworden, jedes sachliche Gespräch über Homosexualität mit diesem Kampfbegriff zu canceln.
    Ja, Felix Nmecha hat einen Post geliked, den ich auch nicht liken würde. Er hat aber auch schon längst dazu Stellung genommen. Ich bin an der Stelle geneigt, es (leicht übertragen) mit Jesus zu sagen: „Wer von euch noch nie einen zweifelhaften Post gelikt hat, der werfe den 1. Stein.“


    Ein anderer Fußballfan fügt hinzu, „Religionen haben ja auch politische und gesellschaftliche Standpunkte“. Wie wahr! Religionen stehen ja nicht außerhalb der Welt. Aber, schon mal nachgedacht, dass auch Atheismus, Unglaube, religiöse Gleichgültigkeit, politische und gesellschaftliche Standpunkte hervorbringen? Und dass diese Standpunkte keineswegs alle Positives entfachen?
    Wenn das Leben nur ein biologisches Zufallsprodukt ist, kann man damit auch anders umgehen. Wenn das größtmögliche (und einzige) Heil in dieser Welt gefunden werden muss, weil es darüber hinaus nichts gibt, muss der Staat alles tun, um dieses bisschen Heil zu ermöglichen. In unserer Gesellschaft kann man zurzeit sehen, wohin es führt, wenn Menschen spüren, dass die natürlichen Ressourcen nicht reichen, um das perfekte Glück auf Erden zu schaffen. Regierungen, die einem nicht das perfekte Glück verschaffen, haben dann schlechte Karten und die Demokratie ist gefährdet. Die Demokratie in unserem Land ist sicherlich viel weniger durch den Glauben an Gott gefährdet, als durch den Glauben an die vielen weltlichen Götzen, die an die Stelle des Glaubens an Gott getreten sind.
    Das sind politische und gesellschaftliche Konsequenzen, die aus Unglauben und damit verbundenen Werteverschiebungen ausschließlich auf Diesseitiges folgen.
    Ein weiterer Forumsteilnehmer formuliert dann: „Bei Nmecha wissen wir, dass er ein homophober Drecksack ist.“ Wenn Felix Nmecha so etwas über andere gesagt hätte, fände ich es ekelhaft.


    Ein besonderer Mist für alle, die sich über das Beten auf dem Platz aufregen, ist jetzt halt, dass dieser Felix Nmecha gerade hervorragend Fußball spielt. Echt blöd, gell?

  • Hätte Trump mal auf die kriegstaktischen Ratschläge von Jesus gehört!

    Schon Jesus hat darauf hingewiesen, dass man bevor man einen Krieg beginnt, sich überlegen soll, ob man stark genug dafür ist. Hat Trump wohl nicht gewusst und so das Desaster im Mittleren Osten angerichtet.
    Jesus (Lukasevangelium 14, 31 und 32) „Oder wenn ein König gegen einen anderen König Krieg führen will, wird er sich auch zuerst überlegen, ob er mit zehntausend Mann stark genug ist, sich den zwanzigtausend des anderen entgegenzustellen.
    Wenn nicht, tut er besser daran, dem Gegner Unterhändler entgegenzuschicken, solange er noch weit weg ist, und die Friedensbedingungen zu erkunden.“

    Aber Jesus sprach ja auch von Königen. Vielleicht hat Trump gedacht, dass dies für demokratisch gewählte Präsidenten nicht gilt. War ein Irrtum. Gerade für solche gilt es ganz besonders.

  • Das hat sich die Natur wieder toll ausgedacht.

    Das hat sich die Natur wieder toll ausgedacht.

    Ein Netz aus dicken Schnüren, könnte man meinen, dabei sind die Fäden, die das Gebilde zusammenhalten nur 0,001 bis 0,02 Millimeter dick.
    Obwohl das Material so filigran ist, bilden die Spinnfäden doch ein stabiles Netz. Da kann sich eine Menge Raureif dran hängen. Das hält das Netz ohne Probleme aus.
    Die KI weiß über Spinnenseide zu berichten: „Spinnenseide ist ein natürliches Hochleistungsmaterial, das extrem reißfest (fünfmal belastbarer als Stahl) und gleichzeitig hochelastisch ist.“
    Wie komplex das System ist, mit dem eine Spinne die Spinnenseide herstellt, kann man sich im Wikipediaartikel über Spinnenseide anschauen. https://de.wikipedia.org/wiki/Spinnenseide (dort besonders Abschnitt „Biosynthese“)
    Wenn in Naturreportagen, in Dokus im Fernsehen oder auch in gedruckten Artikeln solche erstaunlichen Fakten aus der Natur genannt werden, dann folgen oft ein paar zutiefst unsinnige Sätze. Einer den ich am meisten mag, ist „Das hat sich die Natur wieder toll ausgedacht.“ Das Faktum, dass ein in der Natur vorkommendes Phänomen eine unglaubliche Qualität hat, schreit geradezu danach, nach einer intelligenten Instanz zu suchen, die sich das ausgedacht hat. In Ermangelung anderer Optionen wird dann die Natur personalisiert. Oder der Evolution, also der Abfolge von ungeplanten Mutationen und Selektion (dem Phänomen, dass sich die Besten durchsetzen) wird planerisches intelligentes Handeln angedichtet. Die Frage, was diese Evolution geleitet hat, wird ausgeblendet.
    Der unbedingte Wille, eine intelligente Kraft hinter der Entstehung der Welt und des Lebens zu verneinen, treibt seltsame Blüten. Und manchmal lässt dieser Wille intelligente Menschen richtig dumme Sachen sagen.
    Ob der Apostel Paulus wohl recht hat, wenn er schreibt: „Weil Gott die Welt geschaffen hat, können die Menschen sein unsichtbares Wesen, seine ewige Macht und göttliche Majestät mit ihrem Verstand an seinen Schöpfungswerken wahrnehmen. Sie haben also keine Entschuldigung. Obwohl sie Gott kannten, ehrten sie ihn nicht als Gott und dankten ihm nicht. Ihre Gedanken liefen ins Leere, und in ihren unverständigen Herzen wurde es finster. Sie gaben sich für besonders gescheit aus und wurden dabei zu Narren.“ (Römerbrief 1, 20-22)

  • Geld hat man nie genug

    Diskussionsrunde im Deutschlandfunk über familienpolitische Maßnahmen. Gute und weniger gute Vorschläge, Forderungen, was der Staat tun soll. Und dann der Beitrag einer Expertin, dass man sich, wenn der Staat nicht dies und das tut „Kinder ja nicht mehr leisten kann.“
    Dieser Gedanke irritiert mich dann doch sehr. In einem Land wo selbst die Ärmsten zu den 13 % der reichsten Menschen in der Welt gehören, kann man sich Kinder nicht mehr leisten? Was sollen dann die anderen 87 % der Weltbevölkerung denken, sagen und tun? Und eine weitere Frage: Konnten sich meine Eltern, mit aus heutiger Sicht sehr bescheidenen finanziellen Möglichkeiten, mich leisten? Nach heutigen Maßstäben ganz sicher nicht.
    Nur die allerwenigsten Menschen können sich nahezu alles leisten. Für die meisten ist es immer ein Umgehen mit begrenzten Ressourcen. Was man sich leisten kann, ist also eine Entscheidungsfrage. Und das führt zu der spannenderen Frage, worauf man verzichten kann, oder eben nicht verzichten kann. Vieles was wir in unserer Gesellschaft als selbstverständlich besitzen und genießen, könnte man sich auch sparen.
    Eine andere Situation: ein Gespräch unter den Sportsfreunden in der Hobby Fußballmannschaft über sehr gut bezahlte Fußballprofis. Ich äußere Unverständnis, dass Spieler die jetzt schon mehrere Millionen im Jahr verdienen, den Verein wechseln, um noch ein paar Millionen mehr zu verdienen. Darauf ein Sportsfreund: „Aber Geld hat man doch nie genug.“
    Wenn man nichts anderes hat, was lebenserfüllend ist, muss man das vielleicht so sehen. Und alles, was man sich mehr leisten wird, was man kaufen, verbrauchen oder horten kann, wird nicht genug sein. Die Reichtumsskala ist nach oben offen und verläuft nicht parallel zur Glücksskala.
    Notabene: Die Bibel, Buch Prediger 5,9 Wer geldgierig ist, bekommt nie genug, und wer den Luxus liebt, hat immer zu wenig – auch das Streben nach Reichtum ist darum vergebens!

    (Übersetzung Hoffnung für alle)

    Wer diese Gedanken musikalisch unterlegen will, der höre:
    Die Toten Hosen: warum werden wir nicht satt

    https://www.youtube.com/watch?v=EHJhQOO48OM&list=RDEHJhQOO48OM&start_radio=1

    Weitere Bibelstellen zum Thema Reichtum gibt es hier: Ein paar Bibelstellen zum Thema Reichtum