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  • Stockholmsyndrom?

    Stockholmsyndrom?

    Angesichts der bevorstehenden besonderen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt habe ich mir die Diskussion der Spitzenkandidaten bei MDR angeschaut.

    Ein paar Aussagen, die ich gehört habe, lassen mich ratlos zurück. Genauer gesagt sind es nicht die Aussagen der Spitzenkandidaten, sondern die Tatsache, dass man mit diesen Positionen Wähler hinter sich scharen kann.

                   AfD und BSW sind dafür, für billiges Gas (trotz der daraus folgenden Erpressbarkeit) über den von Russland begonnenen Krieg in der Ukraine freundlich hinwegzusehen. Die beiden Parteien zusammengenommen gefällt das knapp der Hälfte der Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt. Hat man nicht genug Erfahrung mit Diktatur und Bevormundung aus dem Osten gemacht? Hat man sich im Sinne des Stockholmsyndroms mit den Unterdrückern verbunden? Warum bringt man diese unterwürfige Freundlichkeit gegenüber Russland auf? Dabei blendet man aus, dass Russland selbst den Gashahn zugedreht hat und dass der Gasspeicher, den Gazprom betrieben hat zu Beginn des Ukrainekrieges schon mal vorauswissend, was geschehen wird, leer war.

                   Der Spitzenkandidat der AfD Siegmund sagt als Abhilfe gegen Facharbeitermangel „es muss ja nicht jeder Abitur machen“. Im Laufe der Diskussion wird dann die Information gegeben, dass es in diesem Jahr nicht mal 5000 junge Leute waren, die in Sachsen-Anhalt Abitur gemacht haben.

                   Sollten die anderen Parteien insgesamt eine knappe Mehrheit der Sitze im Landtag bekommen, bleibt vollkommen offen, wie daraus eine Regierungskoalition werden könnte. Die Spitzenkandidaten der Parteien können diese Frage schlichtweg nicht beantworten.

                   Kandidaten der beiden vorgenannten Parteien bezeichnen Sachsen-Anhalt als Land im Chaos. Bei allen Missständen, die es gibt und bei all den Problemen, die das Land hat, kann eine solche Bezeichnung wohl nur jemand gebrauchen, der auch nicht ansatzweise weiß, was Chaos ist. (Duden: Abwesenheit, Auflösung aller Ordnung; völliges Durcheinander) welche Sicht auf ihr Land haben Menschen, die solche Politiker wählen wollen? Auch wenn Sachsen-Anhalt ein Land ist, das auch aufgrund seiner Geschichte im letzten Jahrhundert, viele Probleme hat, fragt man sich, wie Wahlberechtigte dazu kommen, ihr Land so zu sehen (und entsprechend denkende Politiker zu wählen)? Wenn Menschen ihre Hoffnung darauf setzen, dass Politiker Ihnen das Paradies schaffen (weil sie ein anderes Paradies sich nicht vorstellen und nicht daran glauben können?) dann hat es die Demokratie, die immer nur Kompromisse zwischen widerstrebenden Positionen erzielen kann, schwer.

  • Umgang mit Gefährdern – kleine Nachfragen

    Nach dem Anschlag beim CSD in Berlin meldeten sich viele Politiker und andere Experten mit Vorschlägen zu Wort, was zur Verhinderung solcher Anschläge zu tun ist. In den Medien wurde auch derAfD Bundestagsabgeordnete Martin Hess zitiert. Wenig überraschend plädiert er alle islamistischen Gefährder in Gewahrsam zu nehmen und , falls es Ausländer sind,sie abzuschieben, falls sie Deutsche sind, sie in Präventivhaft zu nehmen. Ich habe da aber noch eine Frage:

    Sehr geehrter Herr Hess,

    in diesen Tagen habe ich, im Zusammenhang des Anschlages in Berlin ihr Statement zum Umgang mit islamistischen Gefährdern in den Medien wahrgenommen. Grundsätzlich, kann ich ihre Überlegungen nachvollziehen. Wieso in dem Fall des Berliner Attentäters eine Bewährungsstrafe nach Jugendstrafrecht ausgesprochen wurde, verstehen viele Menschen nicht.

    Interessieren würde mich jetzt aber darüber hinaus ihre Meinung zu folgender Fragestellung: Sind Sie auch dafür, rechtsradikale Gefährder vorbeugend in Haft zu nehmen?

    Gerade wurden rechtsradikale Gewalttäter in Hamburg nach Jugendstrafrecht verurteilt, obwohl ein Teil der Angeklagten zum Zeitpunkt der Tatausübung bereits volljährig war.

    Auch im Zusammenhang des Urteils wurde von Deradikalisierungsmaßnahmen gesprochen, von denen sie nicht viel halten. Wäre hier nicht auch ein härteres Vorgehen notwendig? Wie wird man gewährleisten, dass diese Täter ihre Taten nicht wiederholen? Natürlich kenne ich die Prozessakten des Falles nicht und kann die Täter so nur nach dem Gefahrenpotenzial ihrer Taten einschätzen. Und natürlich ist es grundsätzlich nicht einfach einzuschätzen, wer ein „Gefährder“ ist und weiterhin sein wird.

    Laut Verfassungsschutzbericht trifft die Einschätzung „rechtsextremer Gefährder“ auf 65 Personen zu. Was soll mit denen geschehen? Und derselben Quelle kann man entnehmen, dass im vergangenen Jahr täglich im Durchschnitt 101 rechtsextremistische Straftaten begangen wurden. Es handelt sich also um ein nicht unwesentliches Problemfeld.

    Sind Sie mit mir der Meinung, dass in diesen Fällen genauso vorgegangen werden sollte wie bei islamistischen und sonstigen Gefährdern?

    Zu Recht wurden in der Vergangenheit Vereine und Organisationen, die islamistisch tätig waren, verboten, um weitere Radikalisierungen zu verringern. Sind Sie mit mir der Meinung, dass auch gegen rechtsextremistische Umtriebe stärker vorgegangen werden muss?

    Und sind Sie mit mir der Meinung, dass unabhängig von der Anzahl der betroffenen Personen dasselbe Recht gelten muss?

    Mit sicherheitsbewussten Grüßen

    Volker Glaser

    Und hier die Antwort von Herrn Hess: „ “

    Keine Antwort ist auch eine Antwort. Da selbst ein einfaches Ja auf die gestellte erste Frage ausblieb, dürfen wir also davon ausgehen, dass rechtsradikale Gefährder ihm nicht als Problem erscheinen.

  • Die Widersprüche in der Bibel sind nicht auszuhalten

    Die Widersprüche in der Bibel sind nicht auszuhalten

    Die Bibel ist voller Widersprüche.

    Die Bibel widerspricht unserem egoistischen Lebensstil und fordert uns auf, unseren Mitmenschen zu lieben wir uns selbst. (z. B. Matthäus 22,39)
    Die Bibel widerspricht unserer Illusion, dass wir dem Tod entgehen könnten, wenn wir nicht dran denken und sagt uns, dass wir erst klug leben werden, wenn wir bedenken, dass wir sterben müssen. (Psalm 90, 12)
    Die Bibel widerspricht unserer Vorstellung, wir könnten mit Besitz unser Leben absichern und weist uns darauf hin, dass alle Schätze dieser Welt vergänglich sind. Wenn nicht „Motten und Rost“ (Matthäus 6, 19+20) (oder der technische Fortschritt, der sie veralten lässt, die Inflation, ein Aktiencrash oder, oder, oder) sie vernichten, werden wir spätestens, wenn wir sterben, nichts mehr davon haben.
    Die Bibel widerspricht unserem Glauben, dass die Dinge, die uns am wichtigsten sind, Gott ersetzen könnten und mahnt uns, nicht vergängliche Dinge zu Götzen zu erheben. (z. B. 1. Samuel 12,21 „…und folgt nicht den nichtigen Götzen nach; denn sie nützen nicht und können nicht erretten, weil sie nichtig sind.)
    Die Bibel widerspricht unseren Allmachtsfantasien, dass wir die Welt beherrschen könnten und mahnt uns: „Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.“(Psalm 127,1).
    Die Bibel widerspricht unserer Vorstellung, dass wir selbst entscheiden können, was gut und richtig ist und sagt uns: „Es ist dir gesagt Mensch, was gut ist, Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott“ (Micha 6,8).
    Die Bibel widerspricht unserer Behauptung, unser Verhalten sei gut und wir bräuchten uns nicht zu ändern und sagt uns, dass keiner so gelebt hat, dass er vor Gottes Urteil bestehen könnte. (Römerbrief 3,10)


    Ich habe schon viele Begründungen gehört, warum Menschen nicht in der Bibel lesen. Der Grund könnte aber auch sein, dass man diese Widersprüche, die die eigenen Positionen so sehr infrage stellen, nicht hören möchte.

  • Der Wal Timotheus

    Der Wal Timotheus

    Eigentlich heißt der in der Ostsee gestrandete Buckelwal Timotheus (nach seinem Großvater väterlicherseits). Dies ergibt sich aus der vor Hawaii gefundenen Geburtsurkunde. Aber seine Mama und seine Oma nannten ihn von Anfang an „Timmy“. Seine Großmutter sagte im Interview, er habe schon als Kind sich gern auf Sandbänken gesonnt. Sie habe ihn immer gewarnt, es nicht zu übertreiben. Aber er habe halt schon immer seinen eigenen Willen gehabt.
    Wie viel Vermenschlichung von Tieren wollen wir eigentlich noch betreiben?

  • Osterhund statt Osterhase?

    Meine Sparkasse begrüßt mich auf ihrer Website mit der Aufforderung sich keinen Osterhund als Osterhasen andrehen zu lassen. Naja, eigentlich wollen sie nur eine Rechtsschutzversicherung verkaufen.

    Aber wie auch immer Osterhund statt Osterhase, wäre das so schlimm?

    Osterhase statt „Jesus ist auferstanden“, Wiedererwachen der Natur statt Auferstehung, Kreislauf von Werden und Vergehen statt Jesus lebt und alles wird anders, das wäre ein fataler Irrtum.

    Nichts gegen Osterhasen und Ostereier, aber der Sinn von Ostern sind sie nicht.

    Alles, was Ostern zählt ist im Neuen Testament gut bezeugt und kann erfahren werden im Vertrauen auf den Auferstandenen.

    Einfach mal nachlesen und anfangen ihn anzureden. Dann fängt man an Hund und Hase, nein Entschuldigung, Sinn und Unsinn zu unterscheiden.

    Frohe Ostern!

  • Alte weiße Männer

    Alte weiße Männer

    Immer wieder lese ich etwas, meist Abfälliges, über „alte weiße Männer“.

    Das kann ja wohl nicht sein, dass Menschen wegen ihres Alters, ihrer Hautfarbe und ihres Geschlechtes diskriminiert werden. Nein, das kann nicht sein, sind die, die den Ausdruck gebrauchen doch oft Menschen, die sich zugutehalten, dass sie wach sind für jede Form von Diskriminierung. Die würden so etwas doch nicht tun!

    Es hat lange gedauert, bis ich kapierte, dass hier schlichtweg ein Schreibfehler vorliegt. Natürlich soll von alten weisen Männern geredet werden. Dann ist es nicht diskriminierend und akzeptabel.

    Den Schreibfehler verzeihen wir gern, wissen wir doch, dass ein Schlechtreibfehler sich schnell mal einschleicht.

  • Tröstlich!

    Tröstlich!

    Zuverlässig schickt mir meine Bibel App (YouVersion) jeden Tag den Vers des Tages.
    Manchmal möchte ich spontan wissen, in welchem Zusammenhang steht dieser Satz denn? Ein Klick auf „Mehr“ und schon öffnet sich das Kapitel in dem der Vers steht.
    Gestern lautete der Vers: „Als mir die Sorgen keine Ruhe mehr ließen, hast du mich getröstet und wieder froh gemacht.“
    Dieser Satz steht im Psalm 94,19. Was steht da wohl noch? Klick! Ich lese den gesamten Psalm:


    Gott, greif ein! HERR, du Gott der Vergeltung,
    erscheine in deinem strahlenden Glanz! 
    Erhebe dich, du Richter der ganzen Welt!
    Gib den Hochmütigen, was sie verdienen! 
    Wie lange noch sollen sie hämisch lachen,
    wie lange noch schadenfroh spotten? 
    Einer versucht, den anderen zu überbieten,
    sie schwingen große Reden und prahlen mit ihren Verbrechen. 
    HERR, sie unterdrücken dein Volk!
    Alle, die zu dir gehören, leiden unter ihrer Gewalt. 
    Brutal ermorden sie Witwen und Waisen, schutzlose Ausländer schlagen sie tot. 
    »Der HERR sieht es ja doch nicht!«, höhnen sie, »der Gott Jakobs merkt nichts davon!« 
    Ihr Dummköpfe! Seid ihr wirklich so unverständig?
    Wann kommt ihr Narren endlich zur Vernunft? 
    Gott, der den Menschen Ohren gegeben hat – sollte er selbst nicht hören?
    Er gab ihnen Augen – sollte er selbst nicht sehen? 
    Er, der mit den Völkern ins Gericht geht – sollte er nicht auch euch bestrafen?
    Ja, Gott bringt die Menschen zur Vernunft! 
    Er durchschaut ihre Gedanken und weiß: Sie sind wertlos und führen zu nichts. 
    Glücklich ist der Mensch, den du, HERR, zurechtweist und den du in deinem Gesetz unterrichtest! 13 Denn du willst ihn bewahren, wenn die Bösen ihr Unwesen treiben,
    so lange, bis die Übeltäter zur Strecke gebracht sind. 
    Denn der HERR wird sein Volk nicht verstoßen; wer zu ihm gehört,
    den lässt er nicht im Stich. 
    Gerechtigkeit und Recht werden wieder einkehren,
    und die aufrichtig mit Gott leben, werden sie willkommen heißen. 
    Wer steht mir bei gegen all diese Verbrecher?
    Wer beschützt mich vor denen, die Böses tun? 
    HERR, wenn du mir nicht geholfen hättest,
    dann wäre ich jetzt tot – für immer verstummt! 
    Sooft ich dachte: »Jetzt ist alles aus!«, halfst du mir in Liebe wieder auf. 
    Als mir die Sorgen keine Ruhe mehr ließen, hast du mich getröstet und wieder froh gemacht. 
    Du hältst niemals zu den bestechlichen Richtern,
    die Unheil anrichten, indem sie das Gesetz missbrauchen. 
    Sie aber verbünden sich gegen jeden, dem das Recht am Herzen liegt,
    und sprechen ihm sein Urteil, obwohl er doch unschuldig ist! 
    Der HERR aber schützt mich wie eine sichere Burg,
    er ist der Fels, bei dem ich Zuflucht finde. 
    Die Richter müssen für ihre Untaten büßen,
    für ihre Verbrechen wird Gott sie bestrafen.
    Ja, der HERR, unser Gott, wird sie vernichten!


    Woher wusste der Psalmbeter, wie es heute in unserer Welt zugeht?
    Aber er weiß nicht nur das. Er weiß auch, dass diese Welt nicht sich selbst überlassen ist.
    Wie mächtig, die Bösewichte in dieser Welt auch sein mögen, wie sehr sie auch denken, sie könnten machen, was sie wollen und es hätte keine Konsequenzen, über ihnen steht einer, gegen den sie nur ohnmächtig sind.
    Tröstlich!
    Sollte man nicht vergessen.
    Mit diesem Wissen fällt das Lesen der Tageszeitung wieder leichter.

  • AfD Veranstaltung in Bad Dürkheim

    „Die Rheinpfalz“ berichtete am 19. 1. 2026. Das war mir diesen Leserbrief wert:

    Schön, dass Sie über die AfD Veranstaltung in Bad Dürkheim auch inhaltlich berichtet haben. Nur dann kann man sich mit den dort getätigten Aussagen auseinandersetzen.
    Frau Weidel hat ein Problem damit, dass sich die Windräder zu wenig drehen. Das ist in der AFD-Meinungsblase ein häufig zu hörendes Redeversatzstück. Wie erstaunlich ist es da, dass obwohl die sich ja wohl nie drehen, also einfach unsinnig sind, sie im vergangenen Jahr 132 TW/h oder ca. 30 % der Stromerzeugung in Deutschland erbrachten. Dies ist wahrlich ein Wunder! Oder Frau Weidel hat ein Wahrnehmungsproblem?
    Für Frau Weidel gehört ja auch Photovoltaik zum „Flackerstrom“. Erstaunlich, dass unsere PV-Anlage trotz Nebel und Wolken im Dezember 66 % unseres Strombedarfs gedeckt hat (obwohl wir teilweise elektrisch heizen). Noch ein Wunder!? Sie will neue Atomkraftwerke bauen. Das jüngst in Frankreich fertiggestellte neue Atomkraftwerk Flamanville hatte eine Bauzeit von 17 Jahren und kostete 23,7 Milliarden €. Nur wenn man in der AfD-Blase feststeckt, sieht man durch solche Investitionen die Stromkosten purzeln.
    Frau Weidel sieht in der frei gewählten Regierung der Ukraine ein Unrechtsregime. Und Putin ist ein „lupenreiner Demokrat“ und Wohltäter der Menschheit? Kein Unrechtsregime in Russland? Kein Problem, sich von Putin abhängig zu machen?
    Herr Bollinger möchte Abschiebungen, Abschiebungen, Abschiebungen. Das ist ja eines der Hauptmotive in politischen Aussagen von AfD Politikern. Die „Startbahnen zum Glühen bringen“ durch Abschiebeflüge von „Menschen ohne Bleiberecht, die straffällig werden“. Nun, so viele gibt es davon nun wirklich nicht, um diesen speziellen Flugverkehr so rasant zu betreiben. Will er vielleicht doch alle Menschen mit Migrationshintergrund abschieben? Auch die, die hier voll erwerbstätig sind, Steuern zahlen und zum Bruttosozialprodukt beitragen? Schrumpfende Gesellschaften haben schrumpfende Wirtschaften. Das könnte ganz schön arm und einsam werden. Und falls er mal pflegebedürftig wird oder er einen Handwerker braucht, könnten ihm schnell helfende Hände fehlen.
    Herr Stephan möchte Handschellen klicken hören. Er meint also, die Menschen, die während der Pandemie versucht haben, Schlimmeres zu verhindern, haben strafbar gehandelt? Möglicherweise haben sie Fehler gemacht. Aber jeder, der sich politisch engagiert und einen Fehler macht, soll in Handschellen gelegt werden?
    Ach, liebe AfD Anhänger kommt heraus aus dieser Denkblase und stellt euch den Fakten. Die „Wahrheit wird euch frei machen“, hat schon Jesus gesagt.

  • Christen leben aufwärts

    Christen leben aufwärts

    Irgendwann fiel mir eine aufwärtslaufende Sanduhr in die Augen. Inspirierte mich zu den folgenden Gedanken:
    Die Zeit läuft. Jahre vergehen wie im Flug. Das Leben zerrinnt. Ein Zeichner hat dies dargestellt,
    in dem er in den oberen Teil einer Sanduhr einen Menschen eingezeichnet hat, der durch die Öffnung hindurch nach unten zu Staub zerfällt.
    Die Lebenszeit eines Menschen ist begrenzt. Die Lebenskräfte nehmen im Laufe der Zeit ab. Am Ende heißt es: „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub.“ Dieses Ende kann nicht das Ziel des Lebens sein. Wenn das Leben kein anderes Ziel hat, dann ist es eine letztlich traurige Angelegenheit.
    70, 80 oder wie viel Jahre auch immer leben und dann alles vorbei?
    Einige Jahre Wachstum, Entwicklung, dann Jahre der vollen Gestaltungs- und Leistungskraft und dann Jahre des Niedergangs –ist das das Leben eines Menschen?
    Christen glauben, dass ihr Leben auf Gott zu geht. Dass nach dem Ende die Auferstehung kommt.
    Christen glauben, dass nicht alles ins Nichts zerrinnt, sondern auf Gott zuläuft.
    Die „Aufwärts-Sanduhr“ ist ein Symbol dafür. Christen leben aufwärts. Sie haben eine Hoffnung. Diese Hoffnung verändert die Sicht des Lebens. Wenn in diesem Leben nichts Neues und Besseres mehr zu erwarten ist, kann diese Perspektive nicht niederdrücken, die schlechten Aussichten auf der
    sichtbaren Wegstrecke werden überlagert von der Hoffnung auf die Ewigkeit.

    Die aufwärtslaufende Sanduhr mit dem oben stehenden Begleittext verkauft der Förderverein unserer Kirchengemeinde https://evang-gemeinde-dudenhofen.de/?page_id=268

    Christen leben aufwärts. Diese tolle Botschaft haben bislang 8000 verkaufte Sanduhren in die Welt getragen.

  • Politik ist das Problem!?

    Macht Demokratie unglücklich?

    Oft habe ich Konfirmanden gefragt, worunter Menschen in dieser Welt denn leiden, was sie unglücklich macht. Im Anschluss sprachen wir dann über eine Regel, die das Leben und das Zusammenleben von Menschen grundsätzlich zum Guten wenden kann. Es ist das Doppelgebot der Liebe: „Liebe Gott von ganzem Herzen und deinen Mitmenschen wie dich selbst.“

    Auf diese Frage habe ich schon viele vernünftige und auch etliche kuriose Antworten bekommen. Doch als eine Antwort auf diese Frage „Politik“ lautete, da war ich dann doch etwas überrascht. Hinter dieser Antwort stand ja wohl der Gedanke, dass es den Menschen besser ginge, wenn es keine Politik gäbe.

    Wenn dies nur ein undurchdachtes Statement eines 13-Jährigen wäre, wäre es nicht des Schreibens wert. Diese negative Einstellung zu „Politik“ begegnet mir aber auch sonst immer mal wieder. Unreflektiert wird der Begriff verwendet und über die Sache, und mehr noch über die Akteure, geschimpft.

    Wo Menschen zusammenleben muss dieses Zusammenleben irgendwie organisiert werden. Es braucht Gesetze, Regeln, Systeme, um mit Problemen umzugehen und Interessen unter einen Hut zu bringen. Das ist nicht einfach. In den frühen Zeiten der Menschheit war weniger kompliziert: Der Stärkste hat sich durchgesetzt, wurde Häuptling, Anführer oder später dann König. Er nutzte seine Stärke, um seine Macht noch mehr auszubauen und hatte das Sagen, bis ein Stärkerer ihm mit den gleichen Methoden die Macht genommen hat. Wenn die Menschen Glück hatten, war der Anführer klug und vernünftig und nicht allzu egoistisch. Wenn sie Pech hatten, war er es nicht und sie litten unter seiner Herrschaft.

    Da dieses System für die meisten Menschen auf Dauer doch nicht so klasse war, machte sich der Gedanke der Demokratie breit. In einer „Herrschaft des Volkes“ können sich alle wahlberechtigten Menschen am Prozess der Entscheidungsfindung beteiligen. Die Mehrheit entscheidet. Da sich nicht alle Menschen einig sind, was das Richtige ist, kommt es zu politischem Streit. Wenn Menschen, die sich politisch engagieren, miteinander sachlich streiten, ist dies also nicht furchtbar (auch wenn  Medien gern dies gern und oft anders darstellen), sondern ein natürlicher Teil dieses Interessenausgleichs.

    Dass es ein Spektrum der politischen Meinungen gibt, dass also mein Gegenüber anderer Meinung ist als ich, gilt es auszuhalten. So lange es im (Grund-) gesetzlichen Rahmen bleibt, hat jeder sein Recht auf die eigene Meinung, auch wenn ich sie für falsch halte. Dass die eigene Meinung nicht einfach Gesetz wird, dass Kompromisse ausgehandelt werden müssen, das liegt im System begründet. Aber mal im Ernst: Möchte jemand ernsthaft lieber ein System haben, wo einer allein das Sagen hat?

    Dem Konfirmanden, und allen, die genauso denken, möchte ich sagen: Dann engagier dich doch! Beschäftige dich mit den Problemen, bring deine Meinung in den Diskurs ein, überzeuge mit deinen Argumenten, lebe damit, dass du nicht immer zur Mehrheit gehörst und deine Meinung eben nicht immer Gesetz wird. Aber hör auf, einfach zu schimpfen und zu meinen, ohne Politik ginge es uns besser.

    Ja, jeder kann sich mit seinen Meinungen einbringen. Und gerade auch das Heraustreten aus der eigenen Meinungsblase, das Diskutieren mit Menschen, die ganz anders denken, hilft die Probleme zu verstehen und neue Sichtweisen zu gewinnen.

    Dies alles kann geschehen unter dem Satz des Propheten Jeremia: „Suchet der Stadt Bestes“.