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Meinungsbildung und Orientierung des deutschen Michels

In der Regionalzeitung war ein Leserbrief abgedruckt, der zur gescheiterten Wahl von Frau Brosius- Gersdorf zur Verfassungsrichterin Stellung nahm.


… Ein komplexes (juristisches) Thema muss nur lange genug durch die Mangel der Medienwelt genudelt werden. Irgendwann fühlt sich auch der letzte Michel am Stammtisch dazu befähigt, seinen Daumen über eine in Fachkreisen hoch geschätzte Juristin zu senken. Wenn dann auch noch die Bibel herhalten muss, um von der Kanzel herunter das Schwert der Verdammnis zu schwingen, sind wir endgültig in Absurdistan angekommen. Hans-Jürgen X.

Meine Meinung dazu:


Tja, und der deutsche Michel kann auch Hans-Jürgen heißen! Statt am Stammtisch erfährt er aus seiner persönlichen Medienblase an gedruckten, sozialen oder unsozialen Medien, vielleicht auch durch eine Talkshow, wie geeignet die Kandidatin für das Amt einer Bundesverfassungsrichterin ist. Was sie außerhalb der Talkshow geschrieben und gesagt hat, kann da schon mal hinten runterfallen. Sie war stellvertretende Vorsitzende einer Bundestagskommission „zur reproduktiven Selbstbestimmung …“, die im Endergebnis das formuliert hat, was die Kritiker ihr jetzt entgegenhalten. Der Bericht der Kommission kann auf der Website des Bundesgesundheitsministeriums gefunden werden.
Ach ja, und das ist natürlich auch Gemeingut: Wenn Menschen sich an der Bibel orientieren, wird alles ganz furchtbar. Wir haben ja alle 2000 Jahre lang nur darunter gelitten, dass christliche Werte in der Gesellschaft bedeutsam waren. In einer Gesellschaft, die diese Werte nicht mehr achtet, leben die Menschen dagegen glücklich und zufrieden, also genauso, wie sie es im Moment tun.

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